Zogajs warten weiter auf ein Schülervisum

12. September 2008, 14:16
73 Postings

Eigentlich sollten die beiden jüngeren Geschwister von Arigona Zogaj bereits seit vergangenem Montag in Frankenburg die Schulbank drücken

Linz - Es sollte eigentlich der Lostag für Albin und Albona werden. Herbert Blum, Linzer Anwalt der Zogajs, eilte Freitagvormittag zu einem Termin in der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck. Mit im Gepäck war die Hoffnung, dass die Behörde den beiden jüngeren Geschwistern von Arigona Zogaj ein Schülervisum erteilt und sie damit aus dem Kosovo zurück nach Oberösterreich kommen können. Doch nach dem Gespräch war klar: Die Bezirkshauptmannschaft ziert sich weiter und lässt die Familie wohl zappeln.

"Es war ein gutes Gespräch, aber es gibt definitiv noch keine Entscheidung. Es müssen noch formale Dinge gelöst werden", erklärt Blum im Standard-Gespräch nach dem Treffen. Was genau hinter den noch zu lösenden formalen Dingen steht, wollte Blum aber nicht näher erklären: "Dazu halte ich mich im Moment noch bedeckt."

Optimismus im Behörden-Dschungel

Konkret heißt dies, dass sich die Rückkehr des neunjährigen Bruders und der achtjährige Schwester weiter verzögern wird. "Eine Entscheidung wird wahrscheinlich noch Wochen dauern. Aber ich bin guter Hoffnung, dass alles klappt", so Blum. Die Bemühungen, dass Albin und Albona zurückkehren und in Frankenburg die Schule besuchen, gingen vor allem von der Volkshilfe Oberösterreich aus. "Die wesentlichen Hürden sind genommen. Die Bezirkshauptmannschaft hat nach unserem Visa-Antrag acht Ergänzungen verlangt. Die haben wir nachgereicht, davon sind sechs anerkannt worden, bei zwei Punkten sind weitere Ergänzungen notwendig", erläutert Christian Schörkhuber von der Volkshilfe Oberösterreich. Worum es bei den beiden "Ergänzungen" geht, wollte aber auch er nicht sagen.

Aus gut informierten Kreisen war zu erfahren, dass es sich um "finanzielle" Belange handelt. Demnach dürfte es sich bei den behördlichen Berechnungen für die Unterhaltskosten der beiden Kinder, die von einem Onkel aufgenommen werden sollen, um wenige hundert Euro spießen. Schörkhuber: "Sollte dies so sein, lässt sich das rasch lösen. Dann ist die Behörde am Zug."

FP-Nationalratsabgeordneter Manfred Haimbuchner ließ Freitagnachmittag mit einer kuriosen Aussendung aufhorchen. Demnach soll die gesamte Familie Zogaj bereits "seit Tagen" wieder in Frankenburg sein und im Schloss Frein, das im Besitz Christian Limbeck-Lilienau ist, wohnen. Sowohl Bürgermeister Franz Sieberer (SP) als auch die Polizei dementierten dies. Besuch haben Arigona und ihre Mutter aber trotzdem: von Arigonas 30-jährigem Cousin aus Dänemark. (Markus Rohrhofer, Der Standard Print-Ausgabe, 13./14.09.2008)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Albona (8) und Albin (9) trennt von ihrer österreichischen Heimat nur der Wille der zuständigen Behörden.

Share if you care.