Steirische Innovationspreise "Fast Forward Awards" vergeben

12. September 2008, 14:10
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Für getriebelosen Antrieb, biologische "Labors" und Gehirn-Computer-Interface

Für die Entwicklung eines getriebelosen Antriebs für Schienenfahrzeuge ist Siemens Transportation Systems gestern, Donnerstagabend, in Graz mit einem der diesjährigen "Fast Forward Awards", den von der Steirischen Wirtschaftsförderung (SFG) vergebenen steirischen Innovationspreis, ausgezeichnet worden. Weitere Trophäen und jeweils 10.000 Euro nahmen das Angewandte Biokatalyse-Kompetenzzentrum, G.tec Guger Technologies und die Kielsteg Bauelemente entgegen.

Siemens Transportation Systems erhielt den Hauptpreis in der Kategorie "Großunternehmen". Bei dem neuen getriebelosen Antrieb sind Antriebs-, Fahrwerks- und Bremstechnologie entsprechend adaptiert und in einem Gesamtsystem zusammengeführt. Das Gewicht des Drehgespanns und des Fahrwerks, reduziere sich um 30 Prozent, der Antriebswirkungsgrad werde auf 96 Prozent erhöht und die Lärmbelastung um 80 Prozent reduziert. Des Weiteren wird durch die Anwendung einer Bremsenergierückspeisung rund 20 Prozent Energie gespart. Mit einem Standort in Wien und in Graz beschäftigt das Unternehmen 1.360 Mitarbeiter und wird von Andreas Gerstenmayer (Graz) geführt.

Im Bereich "Mittlere Unternehmen" ging der Preis an das Kompetenzzentrum für angewandte Biokatalyse mit Sitz in Graz. Das Forschungszentrum mit 63 Mitarbeitern sucht aus dem raffinierten "biochemischen Labor" lebender Zellen für die umwelt- und ressourcenschonende industrielle Herstellung von Chemikalien. Die dafür zuständigen Enzyme (Biokatalysatoren) werden darüber hinaus an neue Aufgaben angepasst und weiterentwickelt.

In der Kategorie Kleinunternehmen reüssierte G.tec Guger Technologies. Das Unternehmen mit Sitz in Graz entwickelte ein Gehirn-Computer-Interface, um über Gedanken Geräte zu steuern. Es werden dabei an der Kopfoberfläche Aktivitäten gemessen und vom System in Befehle umgewandelt, um externe Geräte zu steuern. G.tec bietet weltweit das erste kommerziell erhältliche Interface an. Die wichtigsten Anwendungsbereiche sind das Schreiben, das Steuern von virtuellen Welten und die Rollstuhlsteuerung.

Bei den Kleinstunternehmen prämierte die Jury die im Grazer Science Park ansässige Kielsteg Bauelemente GmbH. Der Kielsteg ist ein Leichtbauelement aus Holz. Durch eine eigens entwickelte Wabentechnik kann eine Krümmung und eine Spannweite von bis zu 30 Metern realisiert werden. Anwendung findet das Element als Leichtdach bei Gewerbe- und Industriebauten.

Den internationalen Journalistenpreis "Innostar" erhielt die Eco Technologies GmbH, die zur Beseitigung von Splitt und Streusalz nach den Wintermonaten eine neue Technologie entwickelt hat. Beim sogenannten "Ice-Fighter" kommt eine neuartige Sprühtechnik zum Einsatz, die herkömmliche Streuung überflüssig macht. Statt dem üblichen Trockensalz oder dem Splitt wird ein Mix aus Wasser und Salz aufgesprüht. So werden allein durch diesen Einsatz bis zu 75 Prozent der ohnehin teuren Streumittel eingespart, heißt es.

Beim Staatspreis für Innovation, der alljährlich von der Förderbank Austria Wirtschaftsservice (AWS) im Auftrag des Wirtschaftsministeriums ausrichtet wird, gibt es eine Neuerung. Gab es bisher pro Bundesland jeweils einen Hauptsieger, der zur Preisverleihung nach Wien entsandt wurde, so dürfen nun bis zu drei Sieger ausgewählt werden. "Maximal können also 27 Teilnehmer für den Staatspreis nominiert werden. Sechs davon kommen dann in einer Vorausscheidung durch eine Jury in die engere Wahl", erklärte aws-Sprecher Mathias Drexler. Für die Steiermark fahren drei der vier Kategoriensieger zur Staatspreisverleihung im Frühjahr 2009, G.tec wird für den Sonderpreis "Econovius" nominiert. (APA)

 

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