Tripolis hatte Pläne zur Herstellung von 10 Kilo Plutonium

12. September 2008, 14:03
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Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde über heimliches Atomprogramm, das 2004 offengelegt wurde

Wien - Libyen verfügte vor der Beendigung seines heimlichen Atomprogramms im Jahr 2004 über technische Pläne zur Produktion von bis zu zehn Kilogramm Plutonium pro Jahr. Dies geht aus einem vertraulichen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO) hervor, den die Wiener UN-Behörde den Mitgliedern des IAEA-Gouverneursrats übermittelte.

Dem Bericht zufolge besaß Tripolis genaue Pläne zum Bau einer auf deutscher Technologie basierenden atomaren Wiederaufbereitungsanlage zur Herstellung einer entsprechenden Menge an Plutonium. Sie hätte zum Bau einer Atombombe ausgereicht, deren Sprengkraft die Bombe von Nagasaki 1945 deutlich übertroffen hätte. Diese enthielt 6,1 Kilogramm Plutonium.

Geheimes Atomwaffenprogramm

Der libysche Revolutionsführer Muammar Gaddafi hatte 2004 überraschend bekanntgegeben, dass sein Land jahrelang über ein geheimes Atomwaffenprogramm verfügte. Gleichzeitig erlaubte er der IAEA, sämtliche Anlagen im eigenen Land zu überprüfen und strahlendes Material zu entsorgen.

IAEA-Inspektoren fanden dem Report zufolge bei ihren Ermittlungen jedoch keinerlei Gebäude oder Einrichtungen, die auf eine konkrete Umsetzung der Pläne hindeuteten. Außerdem hätten in den gefundenen Plänen einige technische Informationen gefehlt, die für deren Umsetzung nötig gewesen wären.

Routinemäßige Kontrollen

Offenbar stammten die meisten Pläne, darunter auch Blaupausen für den Bau eines Raketensprengkopfs und für Atombomben, von dem Atomschmuggelring des pakistanischen Wissenschaftlers Abdul Kadir Khan. Dessen Kontakte zu dem nordafrikanischen Land reichten nach den Recherchen der IAEA-Inspektoren bis ins Jahr 1984 zurück, zehn Jahre früher, als bisher angenommen.

IAEA-Chef Mohammed el-Baradei bestätigte in seinem Bericht, dass die Untersuchung im Zusammenhang mit dem heimlichen Atomprogramm Libyens mit dem Report abgeschlossen seien. Die Inspekteure würden jedoch ihre routinemäßigen Kontrollen fortsetzen. (APA/dpa)

 

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