Nokias N96 im Test - Mit dem Handy auf Schnitzeljagd

12. September 2008, 13:33
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Vollgepackt mit Funktionen, ermöglicht das neue Handy, gut auf Reisen durch den Alltag zu gehen

Eigentlich ist Nokias jüngstes Handy ein Spielzeug. Es bedarf schon eines ausgeklügelten Gesellschaftsspiels, um alle die Funktionen auszuprobieren, die der finnische Hersteller in dieses digitale Schweizermesser gepackt hat. Also ließ Nokia zum Testen des N96, des Nachfolgers des Tophandys N95, fünf Journalistengruppen in einer Art Hightech-Schnitzeljagd durch Wien antreten, damit auch alles geprüft und bewertet werden konnte, was so an Funktionen zur Verfügung steht.

2:0

Als da wären: DVB-H, Fernsehen am Handy, Mittwochabend leider eine Niederlage - nicht wegen der Qualität des Empfangs (bestens) oder des Bilds (etwas klein für 22 Spieler auf dem Feld), sondern wegen des 2:0 Litauens gegen Österreich.

Musik und Film: Mit 16 Gigabyte Speicher, mit Karten um weitere acht Gigabyte aufzustocken, begibt sich das N96 in Konkurrenz mit dem iPhone. Genug Platz für Musik, Film, Fernsehen. Wie das N95 kann das N96 wahlweise in zwei Richtungen aufgeschoben werden: als "normales" Handy oder als Medienplayer mit entsprechenden Funktionstasten. Kleines, praktisches Detail: Ein Klappständer zum Aufstellen. Bis auf weiteres fehlt jedoch der seit langem angekündigte "größte Online-Musikstore auf Erden" - in Österreich jetzt für Frühjahr 2009 in Aussicht gestellt.

Kommt in den besten Navi-Familien vor

Navigation: Zum Glück kannten sich die Teilnehmer in Wien meist aus; in der einen oder anderen schmalen Gasse kann das Navi schon die Sicht auf den Satelliten verlieren. Aber das kommt in den besten Navi-Familien vor. Das neue Maps 2.0 ist sonst eine praktische Hilfe, wenn man sich in einer fremden Stadt befindet - vor allem im Fußgängermodus. Reiseführer können online zugekauft werden.

Navigation verbindet sich auch gut mit dem Geotagging von Fotos: Bilder werden dabei mit GPS-Daten (exakte Ortsangabe) versehen. Dann kann man z. B. beim Verlassen des Hotels einen Schnappschuss machen und später das Bild aus dem Archiv aufrufen, um sich zurücklotsen zu lassen. Oder man verschickt ein Foto mit Geotag, um anderen den Weg zu weisen.

Streng

Die Foto- und Videoausstattung des N96 ist sehr gut (fünf Megapixel, Zeiss-Optik, Blitz, Filmleuchte, jede Menge Aufnahmeprogramme), aber das Handling reicht nicht an die Latte heran, die sich Nokia selbst mit dem N82 gesetzt hat - langsamer und strenger ist die Handhabung des N96 als Kamera.

759 Euro

Um die mediale Ausbeute eines N96 zu sammeln, bietet Nokia die Integration mit dem Online-Dienst Ovi: Bilder können hier gepostet werden (was die Benutzung von Flickr oder anderen Fotodiensten nicht ausschließt), oder Trekking-Informationen aus dem GPS für sportliche Wettläufe online gestellt werden. Der Browser für die Onlinebenutzung könnte Verbesserung vertragen: Hier hat Apple einen neuen Standard bei Benutzung und Darstellung gesetzt, an den das N96 nicht heranreicht. Mail-Einrichten ist hingegen mit dem neuen Assistenten sehr viel einfacher geworden. Der unsubventionierte Preis: 759 Euro. (Helmut Spudich, DER STANDARD Printausgabe, 12. Septermber 2008)

 

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