150 Millionen warten auf Abholung

12. September 2008, 13:43
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Wer seinen Steuerausgleich nicht macht, ist selber schuld. Die Finanz will nun einen Pilotversuch zur automatischen Arbeitnehmerveranlagung starten

Wien - Genau 801.425 Österreicher haben ihre Arbeitnehmerveranlagung für 2007 noch nicht durchgeführt. Ihnen stehen laut Berechnungen der Finanzämter Beträge ab einer Höhe von 5 Euro zu, durchschnittlich sind es sogar 186 Euro. Ohne Steuerausgleich würden sie in Summe somit auf fast 150 Mio. Euro verzichten. Erstmals informiert nun das Finanzministerium die Betroffenen per Brief darüber, wieviel Steuergutschrift ihnen voraussichtlich zusteht und wie sie ihr Geld zurückholen können - vorzugsweise auf dem elektronischem Weg über FinanzOnline.

"Die Menschen sollen sich das Geld zurückholen, das ihnen zusteht", so Finanzminister Wilhelm Molterer heute, Freitag, in einer Presseaussendung. Steuergerechtigkeit bedeute auch, die Menschen über ihre voraussichtliche Steuergutschrift zu informieren. "Gerade in Zeiten der Teuerung ist das eine rasche und unbürokratische Unterstützung für die Menschen in unserem Land", so der Finanzminister. Laut Berechnungen des Finanzministers könnten knapp 100.000 Bezieher von geringen Einkommen, die keine Steuern zahlen, auf diesem Weg jeweils 110 Euro Negativsteuer erhalten.

Her mit der Kohle

Der Brief an die Einkommensbezieher ist ein erstes Zwischenergebnis auf dem Weg zur "Vorausgefüllten Steuererklärung", die auch im aktuellen Regierungsprogramm als Ziel definiert wurde. Mit dem Schreiben erhalten die Bürger auch eine Anleitung, wie sie zur Steuergutschrift kommen. Dazu gibt es zwei Wege, entweder elektronisch über FinanzOnline (www.finanzonline.at) oder schriftlich auf dem Postweg. Rascher, bequemer und günstiger sei elektronische Übermittlung der Erklärung, so das Ministerium.

2007 haben bereits rund 3,3 Millionen Österreicher von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, sich über die Arbeitnehmerveranlagung ihre zuviel bezahlten Einkommenssteuern zurückzuholen, davon rund 1 Million über FinanzOnline. Derzeit machen 36 Prozent ihre Veranlagung über FinanzOnline.

Die Beträge, die die Experten des Finanzministeriums für jeden Anspruchsberechtigten ausgerechnet und ermittelt haben, bewegen sich für 2007 großteils in einer Bandbreite von 5 bis 730 Euro, über 43.000 haben Ansprüche, die noch höher liegen. Die größte Gruppe mit über 313.000 Personen hat Anspruch auf Summen zwischen 110 und 730 Euro, davon entfallen rund 95.000 auf die Bezieher der Negativsteuer von genau 110 Euro. Jeweils knapp 150.000 Personen haben Ansprüche auf Beträge zwischen 20 und 50 Euro bzw. 50 und 110 Euro. Knapp 100.000 könnten eine Steuergutschrift zwischen 10 und 20 Euro, und rund 50.000 zwischen 5 und 10 Euro lukrieren.

Im Finanzministerium wird schon seit längerem an der "Vorausgefüllten Steuererklärung" gearbeitet. Indem die Finanzbehörde die ihr bekannten Daten schon vorab einträgt und dem Steuerzahler kommuniziert, soll die Arbeitnehmerveranlagung den Menschen so einfach wie möglich gemacht werden. Mit der nun startenden aktiven Information über das jeweilige voraussichtliche Steuerguthaben ist ein weiterer Schritt in diese Richtung getan. (APA)

  • Genau 801.425 Österreicher haben 
ihre Arbeitnehmerveranlagung für 2007 noch nicht durchgeführt.
    foto: finanzonline

    Genau 801.425 Österreicher haben ihre Arbeitnehmerveranlagung für 2007 noch nicht durchgeführt.

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