Brustkrebs-Expertinnen vernetzen sich

12. September 2008, 13:03
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Ende September startete die Initiative "femonco.net" mit einer Web-Datenbank für Expertinnen - Auch Service für Patientinnen geplant

Wien - Etwa 5.000 Frauen werden in Österreich jährlich mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. "In der gesamtheitlichen Betreuung der Betroffenen klaffen trotzdem große Lücken", beschrieb Silvia Artner, Gynäkologin am Brustzentrum des Wiener Hanusch Krankenhauses, am Freitag die derzeitige Therapie-Situation. Als Gegenmaßnahme startet Ende September die Online-Initiative "femonco.net", ein neuartiges Netzwerk von Mammakarzinom-Expertinnen.

Mangel an Kommunikation

GynäkologInnen, ChirurgInnen, RadiologInnen, StrahlentherapeutInnen und PsychologInnen: In die Betreuung von Brustkrebs-Patientinnen ist eine Vielzahl an ärztlichen SpezialistInnen involviert. Doch gerade in den Bundesländern mangelt es an ausreichender Kommunikation zwischen diesen ExpertInnen. "Die Suche nach geeigneten BetreuerInnen ist oft zeitraubend und führt dazu, dass die Patientinnen sich verunsichert fühlen, Therapien abbrechen oder sich in seltenen Fällen sogar WunderheilerInnen anvertrauen", so Plattform-Initiatorin Artner. Gemeinsam mit Marianne Bernhart, Internistin am Brustzentrum im Hanusch Krankenhaus, und Sabine Pöstlinger, Leitende des Brust-Gesundheitszentrums des Krankenhauses Barmherzige Schwestern in Linz, will Artner mit Ende September das Online-Netzwerk starten.

"Vertrauen schaffen und Kommunikation fördern, aber auch ein Austausch an Wissen und Erfahrungen - Das sind die Ziele unserer Web-Datenbank von Expertinnen für Expertinnen", schilderte Pöstlinger. Bis Ende des Jahres hoffen die Initiatorinnen, einen Grundstock an zumindest 70 Ärztinnen aufbauen zu können. Auch ein Service für Patientinnen ist geplant, weiters sollen Literaturtipps - täglich gibt es rund 500 Publikationen zum Thema "Brustkrebs" - und Veranstaltungstipps das Angebot abrunden.

Vertrauen

Im ersten Schritt wenden sich die Initiatorinnen an Expertinnen. "Der Erfahrung nach fassen Betroffene mit der Diagnose Brustkrebs zu Frauen leichter Vertrauen", so Pöstlinger. Langfristig ist aber auch die Einbindung männlicher Kollegen beabsichtigt. Die fachlichen Services der Website werden ausschließlich für registrierte ÄrztInnen zugänglich sein, welche im Vorfeld überprüft werden und einen Qualitätsnachweis ihrer Arbeit überbringen müssen. (APA)

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    Die Initiative "femonco.net" startet.

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