Serbien erhöht Druck auf Porr und Alpine

12. September 2008, 11:31
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Die Teilstrecke zwischen Horgos und Novi Sad soll neu ausgeschrieben werden

Belgrad - Der serbische "Nationalrat für Infrastruktur" unter dem Vorsitz von Staatschef Boris Tadic hat am Donnerstagabend beschlossen, die Autobahn-Teilstrecke zwischen Horgos an der ungarischen Grenze und der Vojvodina-Hauptstadt Novi Sad neu auszuschreiben. Die Teilstrecke ist Teil eines im Vorjahr an die österreichischen Baufirmen Porr und Alpine erteilten Autobahn-Großauftrages mit einem Volumen von rund 1,1 Mrd. Euro. Damit dürfte der Konzessionsvertrag mit Porr und Alpine de facto aufgelöst sein - der Beschluss des Infrastruktur-Rates muss allerdings noch von der Regierung bestätigt werden, was bereits am kommenden Donnerstag passieren könnte.

Serbien verhandelt mit Porr und Alpine bereits seit Wochen über eine einvernehmliche Auflösung des Konzessionsvertrages. Der ursprünglich für April geplante Baubeginn wurde verschoben, weil das österreichische Konsortium nach Angaben der serbischen Regierung keine Finanzgarantien über den gesamten Bauauftrag vorlegen konnte. Die Frist dafür läuft mit Jahresende ab. Später wurde von serbischer Seite kritisiert, dass die Baufirmen nachträglich unannehmbare Forderungen gestellt hätten.

Zuletzt hatte das österreichische Konsortium vorgeschlagen, die Teilstrecke zwischen Horgos und Novi Sad um 220 Mio. Euro zu bauen - dieses Angebot wies Serbien jedoch zurück. Nach Berechnungen von der Regierung beauftragter Experten wäre ein Preis von 150 Mio. Euro realistisch, hieß es. Bisher war man davon ausgegangen, dass eine einvernehmliche Auflösung des bestehenden Konzessionsvertrages die Auftragsvergabe dieser Teilstrecke an Porr und Alpine beinhalten würde. (APA)

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