Neue Führungsspitze beschert SPD Aufwind in der Wählergunst

12. September 2008, 11:14
posten

Sozialdemokraten steigen im Politbarometer auf 28 Prozent - CDU/CSU um einen Punkt auf 42 Prozent verschlechtert

Berlin - Der Wechsel an der Spitze der SPD verschafft den Sozialdemokraten in Deutschland Aufwind in der Wählergunst. Dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer zufolge verbesserte sich die SPD in der politischen Stimmung um drei Punkte auf 28 Prozent, während sich die CDU/CSU um einen Punkt auf 42 Prozent verschlechterte. Die FDP verlor ebenfalls einen Punkt und landete bei sieben Prozent, die Linke steigerte sich um einen Punkt auf elf Prozent. Die Grünen verschlechterten sich um zwei Punkte auf acht Prozent.

Koalitionstaktische Überlegungen

Wenn schon am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien sowie koalitionstaktische Überlegungen eine größere Rolle spielen. Dies berücksichtigt die Politbarometer-Projektion: Die CDU/CSU käme danach auf unverändert 40 Prozent, die SPD auf 26 Prozent (plus eins), die FDP erhielte unverändert neun Prozent , die Linke bliebe bei elf Prozent, die Grünen landeten bei neun Prozent (minus eins).

Bei der Frage, wen die Deutschen lieber als Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin hätten, liegt Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) mit 51 Prozent deutlich vor ihrem frisch gekürten Herausforderer, Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Er kommt auf 36 Prozent kommt (weiß nicht: 13 Prozent). Den Rücktritt von Kurt Beck als SPD-Vorsitzender findet eine deutliche Mehrheit von 63 Prozent richtig, für nicht richtig halten das 20 Prozent und 17 Prozent haben dazu keine Meinung. Knapp die Hälfte (46 Prozent) erwartet, dass Franz Müntefering ein besserer SPD-Vorsitzender wird als Kurt Beck, lediglich sechs Prozent meinen, dass er dieses Amt schlechter wahrnehmen wird als sein Vorgänger, und 18 Prozent sehen da keinen großen Unterschied (weiß nicht: 28 Prozent).

Mit dem Duo Müntefering/Steinmeier glauben mit 43 Prozent deutlich weniger Befragte als noch vor einem Monat (57 Prozent), dass die SPD nach der nächsten Bundestagswahl zusammen mit der Linke die Regierung im Bund bilden wird.

Merkel führt Skala der wichtigsten Politiker an

Das Ansehen der wichtigsten Politiker hat sich nach Ansicht der Befragten im September fast nur verbessert. Weiterhin angeführt wird die Liste der ersten zehn von Bundeskanzlerin Merkel. Sie kommt auf der Skala von +fünf bis -fünf jetzt auf einen Durchschnittswert von 2,2 (August: 1,9). Auf Platz zwei liegt Außenminister Steinmeier mit 2,0 (August: 1,8). Es folgen Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) mit 1,3 (August: 1,1) und Familienministerin Ursula von der Leyen mit 1,0 (August: 0,7).

Auf Platz fünf reiht sich Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit 0,7 (August: 0,5) ein, danach Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) mit 0,3 (August: 0,3), der um einige Hundertstel besser bewertet wird als FDP-Chef Guido Westerwelle mit ebenfalls 0,3 (August: 0,2). Im Negativbereich bleiben Kurt Beck mit minus 0,2 (August: minus 0,5), Linken-Fraktionschef Gregor Gysi mit minus 0,8 (August: minus 0,9) sowie Partei- und Fraktionschef der Linken, Oskar Lafontaine mit minus 1,2 (August: minus 1,4). (APA)

 

Share if you care.