The Soulfather of Investments

14. September 2008, 17:00
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Warren Buffett ist eine lebende Börsenlegende. Sein Unternehmen Berkshire Hathaway zählt zu den wertvollsten auf dem Globus

Der Guru hat einen Namen: Warren Buffett, 77 Jahre alt und wahrscheinlich der erfolgreichste amerikanische Investor in diesem Jahrhundert. Die Aktie seines Unternehmens ist die teuerste der Welt und der Cash-Berg von Berkshire Hathaway (ISIN: US084670207) wächst und wächst.

1965 übernimmt der junge Buffett die kleine Textilfirma und macht aus ihr eine milliardenschwere Investmentholding. Seine Aktionäre können nicht klagen, denn wer damals Papiere zum Preis von sieben Dollar pro Stück kaufte, ist heute Dollarmillionär - pendelt der derzeitige Kurs doch um sagenhafte 100.000 Dollar. Noch nie hat eine Aktie an der Wall Street diese Schallmauer durchbrochen. Möglich wurde das, weil Buffett nie einen Aktiensplit vornimmt und meist den richtigen Riecher bei Investitionen hat. Mittlerweile hat das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von mehr als 130 Milliarden Dollar.

Für weniger Betuchte, die dem Papier dennoch hinterherhecheln, schuf Berkshire 1996 die Aktien der "Klasse B" um rund 3.000 Dollar - ein Dreißigstel der Aktien der "Klasse A".

Buffetts Anlagestrategie wird als Value-, also Wert-Strategie bezeichnet. Sie folgt der Idee, dass an der Börse Unternehmen zu finden sind, deren wahre Werte gegenwärtig noch im Verborgenen schlummern. Solche Firmen weisen meist eine aussichtsreiche Marktposition, überdurchschnittliche Profitabilität und eine stabile Gewinnentwicklung auf. Bei der Grundlegung seiner Strategie hat Buffett viel seinem Lehrer an der Columbia Business School zu verdanken, dem legendären Begründer der Aktienanalyse Benjamin Graham.

Buffett ist nicht nur der reichste Mann, er ist auch die freundlichste Heuschrecke der Welt: Er übernimmt angeschlagene Firmen, in denen er erhebliches Potenzial sieht, er scheffelt Geld, um es dann zu spenden. Ein Kapitalist der alten Schule eben.

"Am Ende kriegt man die Aktionäre, die man verdient." Das Motto des "Orakels von Omaha" ist in die Investorengeschichte eingegangen. "Wir investieren nur in eine Firma, wenn wir die Geschäfte verstehen, die langfristigen Aussichten des Unternehmens gut sind, die Firma von kompetenten und ehrlichen Managern geleitet wird und sehr attraktiv bewertet ist", so Buffett jüngst in einem TV-Interview. Die Anteile von Buffetts Investmentfirma streuen sich von Gillette über die Washington Post, American Express, Walt Disney, Justin Brands, McDonalds bis hin zu Coca Cola. Zum Erstaunen vieler entdeckt er selbst die Bahn als Anlageform und steigt bei Union Pacific ein. Deren Aktien rutschen im August 1982 auf einen Wert von 7,43 Dollar ab, Ende Juli 2008 kosten sie bereits mehr als das Zehnfache.

Investitionen in Werte der New Economy lässt er aus. Simpler Grund: Davon verstehe er nichts, so Buffett.

Aber nicht immer kommt die Anlegerlegende zum Zug. Bei Haribo blitzt der Süßigkeiten-Liebhaber genauso ab wie bei den Anlegern, denen er im vergangenen Jahr während der US-Immobilienkrise unter die Arme greifen will. Für Buffett jedoch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken: Der letzte Erwerb ist Wrigley's, den er gemeinsam mit dem Schokoladenriegel-Hersteller Mars übernimmt.

Auch wenn Berkshire Hathaway im abgelaufenen dritten Quartal massive Verluste wegstecken muss, bleiben dem erfolgsverwöhnten Multi-Milliardär immer noch 62 Milliarden Euro für weitere Investitionen. Zum ersten Mal richtet sich sein Augenmerk dabei auch auf Europa. (Sigrid Schamall, derStandard.at, 14.9.2008)

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    Warren Buffett ist der reichste Mensch der Welt. Der Investor überholte Microsoft-Gründer Bill Gates auf der jährlichen Liste der Superreichen.

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    Sein Unternehmen Berkshire Hathaway ist an der Börse 130 Milliarden Dollar wert.

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