Mehr Todesopfer durch Gewaltverbrechen als durch Kriege

12. September 2008, 09:56
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Studie: Mindestens 490.000 Opfer im Jahr - Auch enorme wirtschaftliche Verluste als Folge

Genf - Gewaltverbrechen kosten einer Studie zufolge weltweit mehr Menschen das Leben als Kriege und haben zudem wirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe zur Folge. Jährlich seien mindestens 490.000 Tote zu beklagen, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) und der in Genf ansässigen Forschungsgruppe Small Arms Survey. Zu den menschlichen Verlusten kommen in den 90 untersuchten Ländern außerdem wirtschaftliche Ausfälle zwischen 95 und 163 Milliarden Dollar (rund 68 bis 116 Milliarden Euro).

Finanzielle Folgen

Am schwersten betroffen von den finanziellen Folgen sind dem Bericht zufolge die USA mit schätzungsweise rund 45 Milliarden Dollar. Den Berechnungen liegen demnach unter anderem Kosten für medizinische Versorgung und Gerichtsverfahren sowie Verdienstausfälle zugrunde. Jedes der Todesopfer hätte weiterhin ein produktives Mitglied der Gesellschaft sein können, sagte Achim Wennmann von Small Arms Survey der Nachrichtenagentur AP. Ihr gewaltsamer Tod sei damit als wirtschaftlicher Verlust messbar.

Die Daten für die meisten der untersuchten Länder stammen aus dem Jahr 2004, für Nordamerika liegen aktuelle Zahlen aus 2007 vor. Die Zahl der Todesopfer wurde nicht auf einzelne Staaten aufgeschlüsselt. Zu den Ländern mit den meisten Gewaltverbrechen gehören demnach aber Kolumbien, El Salvador, Guatemala, Jamaika und Südafrika. (APA/AP)

 

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UNDP

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