Okto-Programmschatz "Otisci/Fingerprints"

11. September 2008, 20:29
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Community-Sender zeigt bosnische Nachkriegs-Dokumentationsreihe

Ab Montag ist der Wiener Community-Sender Okto auch überregional zu empfangen. Via UPC-Kabelnetz können nun auch Haushalte im Wiener Umland, in Graz und in Klagenfurt so einen wahren Programmschatz sehen: Okto hat die bosnische Nachkriegs-Dokumentationsreihe "Otisci/Fingerprints" auf Deutsch übersetzt und zeigt sie nun immer montags um 22.05 Uhr.

In 24 Folgen porträtieren darin Medienprofis aus Sarajewo das Leben der Menschen in 24 Städten Bosnien-Herzigowinas. Zum Auftakt führte die Reise diese Woche in den Osten, nach Foca, das zur Republika Srpska gehört (eine Wiederholung dieser ersten Folge läuft noch Sonntag, 23.15 Uhr).

Die Bewohner sind dort mit vielem unzufrieden, erwähnen aber in Interviews auf der Straße mit keinem Wort die groß-teils noch unaufgeklärten Kriegsverbrechen, die hier stattgefunden haben. Die Hälfte der ursprünglichen Einwohner fehlt. Es gebe hier noch exakt fünf Nichtserben, heißt es. Saban Dedovic ist einer von ihnen. Er bedauert, "dass die Menschen nicht zurückkehren wollen". Außer Landwirtschaft und Viehzucht haben die Menschen hier kaum wirtschaftliche Perspektiven. Die meisten leben gerade mit dem Nötigsten.

Ein junger Musiker sagt über die hohe Arbeitslosenrate: "Natürlich würde ich von hier weggehen, bei der ersten Gelegenheit." Eine wertvolle, spannende und vielseitige Dokumentation, die zahlreiche Stimmen zu Wort kommen lässt. Am Montag geht es dann nach Doboj an der Bosna. (ih/DER STANDARD, Printausgabe, 12.9.2008)

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