US-Behörden prüfen Werbe-Kooperation zwischen Google und Yahoo

11. September 2008, 17:08
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Kritiker befürchten Schwächung des Wettbewerbs im Online-Werbemarkt und steigende Werbepreise

Die geplante Werbe-Kooperation der Internet-Konzerne Yahoo! und Google gerät immer stärker ins Blickfeld der Wettbewerbshüter. Nach dem US-Justizministerium prüft nun auch der Generalstaatsanwalt von Kalifornien, Jerry Brown, das Abkommen. Brown habe noch keine Untersuchung eingeleitet, lasse sich aber von der Justizbehörde Dokumente zum Fall zur Verfügung stellen, berichtet die Zeitung "San Francisco Chronicle". Die Suchmaschinenbetreiber haben in den USA einen gemeinsamen Marktanteil von rund 90 Prozent.

Yahoo! hatte die Kooperation mit Google im Juni angesichts eines - schließlich gescheiterten - Übernahmeangriffs von Microsoft angekündigt. Der Marktführer soll ab Ende September auf einigen Yahoo!-Websites in den USA und Kanada seine Werbung platzieren. Google erzielt derzeit die höchsten Erlöse pro Anzeige. Die Unternehmen wollen den Umsatz teilen. Yahoo! könnte daran nach Branchenberichten 800 Mio. Dollar (574 Mio. Euro) pro Jahr verdienen.

Kritiker befürchten eine Schwächung des Wettbewerbs im Online-Werbemarkt und in der Folge steigende Werbepreise. In der vergangenen Woche hatte die Association of National Advertisers in einem Brief an das US-Justizministerium seine Bedenken geäußert. Der Organisation gehören unter anderem die Einzelhandelskette Wal-Mart und der Autobauer General Motors an.

Das US-Justizministerium beauftragte bereits nach Informationen des "Wall Street Journal" (WSJ) einen der bekanntesten US-Kartellexperten mit der Prüfung der Angelegenheit. Sanford Litvack war in den 70er Jahren zu Zeiten von US-Präsident Jimmy Carter Chef der Wettbewerbskontrolle im Justizministerium. Die Zeitung schrieb, es sei noch unklar, ob er nur den Deal zwischen Google und Yahoo! oder das Verhalten von Google im Online-Werbemarkt insgesamt unter die Lupe nehmen solle. Auch gebe es keine Hinweise darauf, ob das Justizministerium tatsächlich eingreifen wolle. (APA/dpa)

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