Dessau: Neuerrichtung von Bauhaus-Meisterhäusern

11. September 2008, 16:36
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Komplettierung des historischen Gebäudeensembles als Ziel

Dessau-Roßlau - Der Stadtrat von Dessau-Roßlau hat am Donnerstag den Wiederaufbau der Bauhaus-Meisterhäuser von Walter Gropius und Laszlo Moholy-Nagy beschlossen, um das Gebäudeensemble in einem Kiefernwäldchen nahe des Bauhauses wieder zu komplettieren. Konkrete Bau- oder Kostenpläne gebe es freilich noch nicht, sagte ein Stadtsprecher.

Die Doppelhaushälfte von Moholy-Nagy (1895-1946) fiel Kriegsbomben zum Opfer, das Direktorenhaus von Gropius (1883-1969) wurde später bis auf den Sockel abgerissen, darauf entstand ein DDR-typisches Einfamilienhaus. Die Domizile von Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Georg Muche und Oskar Schlemmer blieben erhalten. Sie wurden renoviert und sind eine Touristenattraktion in der Stadt.

Nun Niedrigenergiehäuser

Die Meisterhäuser, alle leuchtend weiß im typischen Bauhausstil nach Entwürfen von Gropius errichtet, gehören seit 1996 mit dem Bauhaus Dessau zum UNESCO-Welterbe. Zuvor wurden die architektonischen Glanzstücke aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aber lange stiefmütterlich behandelt. 1932 musste das Bauhaus auf Druck der Nazis schließen, die Meister zogen aus der Siedlung aus. Ihre Häuser wurden 1939 an die Junkers-Werke verkauft, umgebaut und vermietet.

Seit einigen Jahren stand die Frage im Raum, ob das Gropius-Haus und die Doppelhaushälfte Moholy-Nagy wieder errichtet werden oder etwas völlig Neues entstehen soll. 32 Persönlichkeiten aus den Gebieten Architektur, Design und Marketing wurden befragt, es gab mehrere Konferenzen und einen internationalen Architektenwettbewerb. Im Mai entschied dessen Jury, keinen ersten Preis zu vergeben, aber zwei zweite Preise.

Die Entwürfe der beiden zweitplatzierten Architekturbüros dienen nun als Grundlage für die Baupläne. Nach dem Willen des Stadtrates sollen die neuen Meisterhäuser äußerlich weitgehend den alten entsprechen, aber Niedrigenergiehäuser werden. Die Innengestaltung soll der geplanten Nutzung angepasst werden. (APA/dpa)

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