
Ausländische Studierende sollen weiterhin, jedoch nur mehr die Hälfte vom derzeitigen Beitrag zahlen.
Neben den Studiengebühren sollen auch die Zugangsbeschränkungen des Medizinstudiums fallen.
Wien - FPÖ, SPÖ und Grüne bringen in der heutigen Nationalratssitzung ein gemeinsames "Uni-Paket" ein. Die Studiengebührenabschaffung dürfte damit beschlossene Sache sein. Das hat der blaue Wissenschaftssprecher Martin Graf im Gespräch mit derStandard.at bestätigt. Der Grüne Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald bezifferte im Gespräch mit derStandard.at die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich zu einer Abschaffung kommt mit "90 Prozent".
Der Antrag sieht folgende Änderungen vor:
Keine Zugangsbeschränkungen
SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal bestätigte die Einigung, er habe in den letzten zwei Tagen noch die Möglichkeit gehabt, seine Anliegen einzubringen. FPÖ-Bildungssprecher Martin Graf betonte im Gespräch mit derStandard.at, dass das Paket - es enthält neben der Abschaffung der Studiengebühren auch den Entfall der Zugangsbeschränkungen u.a. beim Medizinstudium und die Umsetzung des Kollektivvertrags für Universitätsbedienstete - in Zusammenhang mit den anderen derzeit diskutierten Maßnahmen stehe. Ob der Antrag auf Abschaffung von Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen bei der Sondersitzung des Nationalrats tatsächlich eingebracht werde, hänge daher unter anderem von einer Einigung bei der Mehrwertsteuersenkung ab. Das Paket sei "in einem Gesamtkorsett zu sehen".
Kompromiss bei Ausländerfrage
Grünen-Wissenschaftssprecher Kurt Grünwald betonte, es gebe einen "vorläufigen Konsens" bei den Studiengebühren. "Die Chancen, dass wir das rüberbekommen, halte ich für groß", sagte Grünewald. Auf die Frage, warum die Grünen nun plötzlich von einigen Forderungen abgewichen sein, sagte Grünewald: "Wir brauchen eine Dreiparteien-Einigung um die Studiengebühren abschaffen zu können. Deshalb waren diese Kompromisse unbedingt notwendig. Die Lösung, die wir jetzt gefunden haben, ist annähernd fair - auch für ausländische Studierende."
Damit werde für Österreicher und EU-Ausländer wieder der "Status Quo" vor Einführung von Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen hergestellt und der freie Hochschulzugang sicher gestellt, betonte Graf. Würde das Paket beschlossen, könnten Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen bereits ab kommendem Sommersemester fallen. Einzig für die Abschaffung der Zugangsbeschränkungen zum Medizinstudium soll es eine Übergangsfrist geben, innerhalb derer sichergestellt werden soll, dass ausreichend Studienplätze zur Verfügung stehen (insgesamt ist von 2.400 Plätzen die Rede).
Die Regelung für die "Bummelstudenten" sieht im Detail vor, dass alle, die länger als die Mindeststudienzeit (plus zwei Toleranzsemester) pro Abschnitt brauchen, die vollen Gebühren zahlen. Das werden weiterhin 363, 36 Euro sein. Nutzt man in einem Abschnitt ein Toleranzsemester nicht aus, kann man es in den nächsten mitnehmen. Die Entschuldigungsgründe für eine Studienverzögerung werden außerdem ausgeweitet.
Die Gründe sind:
Kostenersatz für Unis
Den Unis soll der Einnahmenentfall durch die Abschaffung der Gebühren vollständig ersetzt werden, sagte Broukal. Dazu soll jedes Jahr "fiktiv berechnet werden, wieviel die jeweilige Uni aus den Studienbeiträgen erhalten hätte, und das wird dann ersetzt".
Die den Unis derzeit eingeräumte Möglichkeit, Zugangsbeschränkungen in Human- und Zahnmedizin, Veterinärmedizin, Psychologie, Publizistik und Betriebswirtschaftslehre anzuwenden, soll - mit Ausnahme der drei medizinischen Fächer - fallen. In Human-, Zahn- und Veterinärmedizin soll die derzeitige Quote - 75 Prozent der Studienplätze für Österreicher, 20 für EU-Bürger und fünf Prozent für Nicht-EU-Bürger - bestehen bleiben. Allerdings soll die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze so weit steigen, dass "wieder so viele inländische Studenten beginnen können, wie vor Verhängung der Zugangsbeschränkungen", sagte Broukal. Den Unis sollen dafür "die nachgewiesenen berechtigten Kosten für diese Erhöhung der Zahl der Studienplätze durch zusätzliche Mittel des Bundes abgegolten werden".(lis, edt, az, derStandard.at, 11.9.2008)
Ich bin sehr froh wenn das beschlossen wird; es fehlen nur noch folgende Regelungen: Ausländer, die bereits mind. 10 Jahre in Österreich gearbeitet und Steuern bezahlt haben, oder die hier mind. 10 Jahre eine Schule besucht haben, sollten ebenfalls wie Österreicher kostenlos studieren dürfen
Wenn die Schuld an der Verzögerung nicht am Studenten liegt, sollten die Kosten entfallen, z.B. viel zuwenig Seminarabhaltungen, Diplomarbeit monatelang nicht beurteilt, monatelanges Warten auf Ausstellung von Zeugnissen.... In der Theorie sollten die Professoren und Prüfungsreferat Zeugnisse, Prüfungen, Beurteilungen fristgerecht erledigen (ansonst könnte man klagen) aber es kommt in der Tat immer wieder vor! Ganze Uni-verklagen, wer macht das?!
(verstehe das mit den 10 jahren nicht, ist das so eine magische zahl??)trotzdem..
bis jetzt hat ja nach der alten novelle gegolten, dass alle bürger aus den nicht-eu-staaten die höheren studiengebühren zur gänze zurückerstattet bekommen wenn sie pro semester mehr als 8 wochenstunden nachweisen, und das ist sehr wenig, ein "bummelstudent" macht durchschnittlich mehr ws pro semester!
das überrascht dich, aber bis jetzt haben die meisten nicht-eu bürger die gebühren nicht bezahlt, dies war/ist das gesetz mit dem "wenn der österreicher im nicht-eu-land nicht zahlt, ists umgekehrt auch so".
vor ung. 4 jahren wurden die eu-bürger den österreichern gleichgestellt, aber nicht die nicht-eu-bürger!
bin dafür dass gar keiner zahlt, ohne ausnahmen!!
Wieviele "Bummelstudenten" gibt es wirklich und wieviele versuchen, berufsbegleitend zu studieren und brauchen deshalb länger ?
Ich wäre vielmehr dafür, daß Leistungen gekauft werden, d.h. man bezahlt nur wenn man auf der Uni Aufwand (Prüfungen, Zeugnisse, Übungen) verursacht; selbstverständlich muß es da Maßnahmen gegen Mißbrauch seitens der Institute geben, sonst darf jeder gleich a priori 3x zur Prüfung antreten.
So lief es bis in die 70er Jahre ab. Vorteil: jeder Student zahlt gleich viel, egal wann er die Prüfungen ablegt.
Aber im Grunde bin ich für kostenfreie Kindergärten, Fortbildungen und Unis, weil ich BILDUNG als Investition in die Zukunft (Einkommen, Berufe, Innovationen, Wirtschaft.... darauf höheres Steueraufkommen) sehe.
Ich bin unglaublich wütend.
ICH z.B. habe nicht das Geld, das Studium in Mindestzeit zu machen, ganz einfach, weil ich währenddessen ARBEITEN muss u. nicht alles durch eltern/beihilfen finanziert bekommen kann.
Dabei absolviere ich ganz genausoviele prüfungen/nehme genau dieselbe Leistung in Anspruch, wie ein Student, der alles auf einmal schnell in Mindestdauer macht.
Das scheinen die Leute nicht zu erkennen.
Ich bin wirkl. enttäuscht, ich dachte schon, ich bekomme endlich eine finanzielle Entlastung..:/
7000 € im jahr...da hat sich unser sternchen gleich ausgerechnet: das sind ungefähr 1000 arbeitsstunden, 83 pro monat, 21 pro woche, 3 stunden pro tag (inkl. wochenende!!)! unser braves sternchen steht um 7 uhr auf, geht auf die uni, kommt um 13h nach hause, isst etwas, geht um 15.30 h arbeiten, kommt um 18.30h nach hause und dann bleiben immer noch ganze vier stunden für die uni (ohne körperhygiene, telefonieren, bummeln), wenn es seminare oder praktika gibt, bleiben genau null stunden über, aber unser braves sternchen macht das aus einem guten grund: um die studiengebühren nicht zu bezahlen, denn das wären 726 €/jahr!
Was bei Feymann als Kanzler kommt: Studiengebühren abgeschafft - die Kostenabdeckung + zusätzlich notwendige Mittel für die Unis (wo für 2009 endlich etwas in Griffweite war) ist abgesagt. Dafür ist nämlich kein Geld da. Das Sozialsystem will ja noch einmal ordentlich aufgebläht werden (Stichwort Hacklerregelung).
Glaubt wirklich irgendjemand, dass diesem Proleten im Anzug Unis, Wissenschafts- und Bildungspolitik nach der Wahl ein Anliegen sind???
Hauptsache, man studiert nirgendswo so billig wie hierzulande - wurscht, ob die Qualität stimmt, entgegen allen internationalen Trends. Das Mantra des freien Bildungszuganges" - ich kann den Scheiß nicht mehr hören.
Österreich ist und bleibt eine Trottelrepublik - mit dem Kanzler dann amtlich.
Die Trotteln sind so rückständige Ansichten-Verbreiter in Österreich. Staaten wie Iran oder Marokko haben bereits weit höhere Absolventenquoten wie Österreich. Wenn es so weiter geht, haben die Leute hier den Standard der dritten Welt - die kleine Oberschicht studiert, die Mehrheit wischt Böden auf und putzt das Clo.
Ein böser "Bummelstudent", nehmen wir mal an er braucht 5 Semester länger als ein "Normalstudent", zahlt also ~ 5 x 370 EUR mehr. Bei gleicher Leistung (OK stimmt nicht: ein Datenbankeintrag zu sagen wir 1 kB ist 5 Semester länger auf der Festplatte zu halten - die normalisierten Kosten dafür liegen wohl unter 1 Cent), denn mehr Prüfungen oder Übungen wird er (sie) ja auch nicht absolvieren und Bummelstudenten halten sich meist auch nicht so oft auf der Uni auf, dass hier Raumkosten oder so zum Tragen kämen.
Ja, das ist fair.
Ich denke, das wird so nichts werden. Manche Studienrichtungen sind komplett überlaufen. Es gibt Anmeldesysteme für Lehrveranst. wo es kaum Chancen gibt in die, die man braucht/präferiert reinzukommen. Seminare sind entweder üerfüllt oder die Student. werden wieder rausgeschickt, weil schon zu viele drinnen sind. Das ist der Stand der Dinge jetzt - die Uni hat jetzt schon zu wenig Geld den vielen StudentInnen Herr der Lage zu werden.
Und jetzt stellt man sich vor: ALLES kommt vom Steuerzahler, d.h. bei einem weitaus noch höheren Ansturm (und da sind jetzt Num. Clausus Flüchtl. noch nicht eingerechnet) wird das univ. System noch mehr leiden, die Qualität wird noch schlechter und Bummelstudent wird man, weil man keinen Platz in Lehrv. bekommt
Bitte lieeebe wahlwerbende: verdoppelt oder verdreifacht die studiengebühren und macht sie in österreich im vollen umfang steuerlich abziehbar. jeder der in österreich sein brot verdient, zahlt somit dann keine studiengebühren, alle die extern finanziert sind, zahlen voll. das ist fair, sozial und zukunftsorientiert.
Und was mit den cca. 50.000 Studenten aus Ausland????? Wie wollen die Sozialisten den Ausfall rückerstatten, wenn sie (ich bin auch Auslaender) auch keine Stuern zahlen muessen?Mir sollte das eigentlich egal sein, aber wo wird die tertiaere Bildung gehen , wenn diese Loch entsteht....
Und die Unis sind sowieso schon unterfinanziert, also warum mehr Macht den Politikern? Die Unis wissen am besten was sie brauchen , nicht Faymann, Van der Belle..... Die Unis brauchen mehr Autonomie und nicht mehr Staat! http://diepresse.com/home/wirt... t/index.do
Die Unis koenen ein Anspruch haben, wenn kein Steuergeld dafuer gibt. Und sie wollen MWR noch halbieren. Wo werden die Ressourcen dafuer sein?
Ich frag mich auch wo da die soziale Treffsicherheit sein soll.
Wo ist da die soziale Umverteilung von oben nach unten? Warum nicht die, die es sich leisten können zahlen lassen und die, die es sich nicht leisten können mit dem Geld (Stipendien) unterstützen?
Für mich wäre das einfach sozialer. Anstatt abschaffen sollte man lieber den Stipendienbezg verbessern->Ist billiger und hilft denen, die es wirklich brauchen.
für diejenigen, die es "brauchen"?
Ich bekomme z.B. keine Beihilfe, weil ein Elternteil von mir "zu viel verdient"...ob ich dieses Geld aber von ihm bekomme, steht auf einem anderen Blatt.
Der Verdienst der Eltern ist aber das Kriterium für Studienbeihilfe. Daher habe ich u.a. weniger Geld, als einige Beihilfenbezieher..
Es ist leider nicht so einfach, wie viele es sich vorstellen. ;(
Ja war bei mir auch so, nur dass mein Vater angeblich als Arbeiter (Alleinverdiener, 3 Kinder) zu viel verdient hat. Das 60 % seines Einkommens am Monats-Ersten für die Hausrate (inkl. Betriebskosten, Strom) gleich mal weg waren wurde nicht miteinbezogen. Im Endeffekt wohnte ich knapp 10 KM von der Uni entfernt, durfte aber dafür gratis wohnen und zu Hause essen. Den Rest mußte ich mir selbst finanzieren (also Wege zur Uni, Essen unterwegs, Lehrmittel, Kleidung, etc.). Wäre bei mir auch nie ohne arbeiten gegangen. Zusätzlich habe ich auch noch die Studiengebühren zahlen dürfen.
Ich habe dann immer diejenigen beneidet die mit ihren 640 Euro Vollstip in einer WG ihr auskommen hatten, ich konnts mir nicht aussuchen.
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