Archäologische Fundstücke im Burgenland freigelegt

11. September 2008, 17:07
9 Postings

Sie stammen aus der Steinzeit sowie aus der römischen und awarischen Siedlungszeit - Forscherin: Archäologie im Burgenland zu wenig präsent

Eisenstadt - Bei Ausgrabungen am Hotter von Mattersburg sind Fundstücke aus der Steinzeit sowie aus der römischen und awarischen Siedlungszeit freigelegt worden. In Teilen einer "Villa Rustica" wurde ein Ofen aus dem 3. Jahrhundert n.Chr. gefunden. Aus der awarischen Zeit stammen Eisen- und Bronzeobjekte wie etwa ein Messer, eine Schmucknadel, Riemenzungen und Beschläge. Die Funde wurden am Donnerstag von Bürgermeisterin Ingrid Salamon präsentiert.

Gewalteinwirkung

Besonders die Objekte aus der awarischen Zeit seien interessant, erklärte die Leiterin der Ausgrabungsarbeiten, Archäologin Dorothea Talaa. Das asiatische Reitervolk lebte vom 7. bis ins 9. Jahrhundert n.Chr. hier, bis es von Karl dem Großen besiegt wurde. Ein Stück aus einem menschlichen Schädel wurde ebenso wie ein Brunnen freigelegt. "Der Mensch ist gewaltsam zu Tode gekommen, was auf eine Zerstörung der Siedlung schließen lässt", stellte Talaa fest. Die gefundenen Eisen- und Bronzeobjekte dürften teilweise auch in der Siedlung produziert worden sein. Dies bestätige der Fund von Buntmetall- und Eisenschlacke sowie ein Schmelztiegel.

In der sogenannten Riede Stückl befand sich eine ausgedehnte Siedlung, deren Anfänge bis in die Steinzeit zurückreichen. Schwerpunktmäßig dürfte das Gebiet in der römischen Epoche (1. bis 4. Jahrhundert) und in der awarischen Zeit besiedelt gewesen sein.

Finanzierung und Ausstellung

Die Grabungsarbeiten am Mattersburger Hotter wurden von der Stadtgemeinde und der Gemeinde Sigless in Auftrag gegeben und von Mattersburg mit 10.000 Euro budgetiert. Sie starteten im August 2008 und sollen aufgrund des Erfolges bis Ende September verlängert werden. Nach einer Restauration, die bis Ende November abgeschlossen sein soll, könnten die Stücke der Öffentlichkeit präsentiert werden, so Salamon.

Talaa sprach sich ebenfalls für die Ausstellung der Objekte aus. Sie merkte an, dass die Archäologie im Burgenland zu wenig präsent sei. "Es wird zu wenig für die Forschung getan", so die Archäologin. (APA)

Share if you care.