Israel stimmt Gesprächen über Zukunft Jerusalems zu

11. September 2008, 12:51
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Auch Verhandlungen über Gebietsaustausch möglich, berichten Zeitungen

Ramallah - Israel hat sich nach US-Angaben zu Verhandlungen über die Zukunft Jerusalems bereiterklärt. Der US-Generalkonsul in Jerusalem, Jake Walles, sagte der palästinensischen Zeitung "Al-Ajam", US-Außenministerin Condoleezza Rice habe während ihres letzten Besuchs im August klargestellt, bei den Nahost-Verhandlungen gehe es um einen Rückzug Israels auf die Grenzen von 1967. Dies schließe Ost-Jerusalem und Teile des Roten Meers ein. Beide Seiten hätten bekräftigt, dass sie dies als Verhandlungsbasis akzeptierten, sagte Walles. Sie hätten auch Gesprächen über einen möglichen Gebietsaustausch entlang dieser Grenze zugestimmt.

Grundsätzliche Vereinbarung angestrebt

Ungeachtet deutlicher Kritik von Rice hatte der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert weiter Baupläne in jüdischen Vierteln in Ost-Jerusalem genehmigt. Im Juli hatte Olmert erklärt, er glaube nicht mehr an eine Einigung mit den Palästinensern in der Jerusalem-Frage bis Jahresende. Israel strebt eine grundsätzliche Vereinbarung an, in deren Rahmen das höchst umstrittene Thema Jerusalem zunächst ausgeklammert wird. Die Palästinenser lehnen dies ab.

Walles sagte der palästinensischen Zeitung, die USA wollten keine Übergangslösung im Nahost-Konflikt. Das Ziel der Verhandlungen sei eine umfassende Regelung bis Ende 2008. Israel und die Palästinenser hatten im November vergangenen Jahres bei einem Friedensgipfel im amerikanischen Annapolis vereinbart, bis zu diesem Zeitpunkt die größten Streitfragen ihres Konflikts zu lösen.

Hinsichtlich des israelischen Siedlungsausbaus nach Annapolis sagte Walles der Zeitung, man habe "wenig Fortschritte" bei der Räumung von Siedlungs-Außenposten und einem Baustopp in den bestehenden Siedlungen gesehen. Dazu hatte Israel sich bei dem Friedensgipfel verpflichtet. Der US-Konsul sagte dem Bericht zufolge zudem, seine Regierung wünsche sich von Israel mehr Bemühungen, den Palästinensern eine größere Bewegungsfreiheit zu gewähren. Dies werde nicht nur ihr tägliches Leben erleichtern, sondern auch die Wirtschaft ankurbeln. (APA/dpa)

 

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