Letzter Tollwutfall 2003

11. September 2008, 12:21
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Der letzte Tollwutfall in Österreich war ein burgenländisches Pferd - 1990 noch 2.091 infizierte Wild- und Haustiere - Fünf Jahre später nur mehr 95 Fälle

Wien - Die letzte Ansteckung eines Menschen mit Tollwut in Österreich liegt Jahrzehnte zurück. Bei Tieren kam es in den vergangenen Jahren allerdings dennoch immer wieder zu einzelnen Verdachtsfällen.

Kein eindeutiger Tollwutfall

Der jüngste mögliche Tollwutfall wurde im Jahr 2003 entdeckt. Bei einem Pferd im Burgenland ergab ein Labortest ein zweifelhaftes Ergebnis, laut dem eine Infektion nicht ausgeschlossen werden konnte, so das Gesundheitsministerium. Trotz des Fehlens klassischer Symptome wurde das ältere Tier aus Sicherheitsgründen getötet und als Tollwut-Fall eingestuft.

Entwarnung bei Füchsen

Auch in den Jahren 2004 und 2006 wurden in Kärnten zwei Füchse entdeckt, bei denen man zunächst an einen Tollwut-Befall glaubte. Laut Laboruntersuchungen handelte es sich jedoch nur um Tiere, bei denen der in Österreich eingesetzte Impfstamm nachgewiesen wurde, hieß es im Gesundheitsministerium. Es wurde Entwarnung gegeben.

1991 flächendeckende Impfaktion von Wildtieren

Die meisten Tollwutfälle gab es in den vergangenen 20 Jahren im Jahr 1990. Insgesamt 2.091 infizierte Tiere wurden in ganz Österreich gefunden, bei 76 davon handelte es sich um Haustiere. Im Jahr darauf starteten flächendeckende Impfaktion, bei der Wildtiere mittels von Jägern per Hand ausgelegten Ködern immunisiert wurden. Seit 1997 werden die cirka vier Zentimeter großen Fischmehlkugeln mit Antiviren von Flugzeugen abgeworfen.

Kontinuierliche Abnahme

Zwei Jahre nach Beginn zeigte die Impfaktion erste deutliche Erfolge. Die Zahl der infizierten Tiere sank im Jahr 1993 um knapp drei Viertel auf 675 Fälle. Bis 2001 kam es zu einer kontinuierlichen Abnahme: 1995 gab es 95 Ansteckungen, 1997 wurden nur mehr acht tollwütige Tiere entdeckt. In den darauffolgenden Jahren waren es ein bis fünf Fälle pro Jahr.

Meisten Infektionen in Steiermark und Kärnten

2002 sorgte ein - vermutlich über die zugefrorene Drau zugewanderter - tollwütiger Fuchs allerdings für einen größeren Ausbruch der Krankheit. 24 Tiere - neben Füchsen auch Rehe, ein Hund und eine Katze - wurden infiziert. Vor Beginn der österreichweiten Impfaktion gab es vor allem in der Steiermark und in Kärnten die meisten Infektionen, ab 1991 verlagerte sich das Zentrum der Ansteckungen nach Tirol und ins Burgenland. (APA)

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    Im Jahr 2004 waren fünf von zwölf in Deutschland gemeldeten Tollwutfällen erkrankte Füchse.

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