Wien befragt die Gemeindebau-Mieter

11. September 2008, 11:44
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Per Fragebogen will die Stadt die Stimmung in den städtischen Wohnanlagen erheben - Die größten Kritikpunkte waren bisher Probleme mit Hunden und lärmenden Nachbarn

Wien - Die Stadt Wien initiiert das größte Bürgerbeteiligungsprojekt Österreichs: An jede der 220.000 Gemeindebauwohnungen wird in den kommenden Tagen ein Umfragebogen versandt, mit dem die Stimmung in den städtischen Wohnhausanlagen erhoben werden soll. Es gehe auch darum festzustellen, wo der Schuh drückt, so Wohnbaustadtrat Ludwig (SPÖ).

20 Fragen

Unter dem Titel "Wir wollen wissen, wie es Ihnen geht!" können 20 Fragen beantworten werden, deren Spektrum vom allgemeinen Wohnungszustand über die Beurteilung der Miethöhe bis hin zum Zusammenleben mit den Nachbarn reicht. Abschließend sollen die Mieter ihren "größten Wunsch" an die Stadt Wien formulieren.

Bis zum 20. Oktober müssen die Bögen abgeben werden. Als Dank für das Engagement wird es Möbelgutscheine, Jahresnetzkarten und Handyguthaben zu gewinnen geben.

Bisherige kleinere Umfragen hätten immer eine hohe Zufriedenheit ergeben, wobei als Kritikpunkte meist Probleme mit Hunden und lärmenden Nachbarn genannt worden seien. Insofern sei er nun auf die detaillierten Ergebnisse gespannt, bekräftigte Ludwig.

Entsprechende Konsequenzen

Die Umfrage, über deren Auswertung transparent informiert werden soll, sei als Auftakt zu einer großen Kommunikationsoffensive zu sehen. Ein Teil dessen ist eine "Aktion Scharf" bezüglich der Einhaltung der Hausordnung: "Bis hin zur entsprechenden Konsequenz, dass wir uns von dem einen oder anderen Mieter trennen müssen", bekräftigte Ludwig. Die Spielregeln müssten von allen befolgt werden. Weitere Elemente seien die bereits angekündigte Neuregelung beim Waschküchenzugang mittels Computerchip oder die probeweise Überwachung von acht Anlagen mit Videokameras.

Sanierung

Auch die Sanierung des Bestandes wird vorangetrieben. Heuer werden 59 der 2.000 Anlagen thermisch auf Vordermann gebracht. Allein in die Sanierung fließen 150 Mio. Euro, inklusive Erhaltungsarbeiten werden 622 Mio. Euro investiert. Die Sanierung von weiteren 272 Anlagen mit einem Kostenrahmen von 766 Mio. Euro ist in Vorbereitung. (APA)

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