"Kompliment, er hat viel probiert"

11. September 2008, 11:19
154 Postings

Maierhofer ließ seine ÖFB-Chance ungenützt, der Rapidler blieb in Litauen farblos - Keine Vorwürfe von Mitspielern

Kaunas - Stefan Maierhofer hätte sich am Mittwoch als ebenbürtiger Ersatzmann für Marc Janko auf der Position der Solo-Spitze im österreichischen Fußball-Nationalteam präsentieren können - und ließ diese Chance ungenützt. Während der wegen einer Magen-Darm-Grippe fehlende Janko die Abwehr der WM-Finalisten Italien und Frankreich zumindest phasenweise ins Schwitzen brachte, blieb Maierhofer beim 0:2 in der WM-Qualifikation in Litauen über die gesamte Distanz farblos.

"Zwei Glücksschüsse der Litauer"

Vorwürfe gab es für den Rapid-Goalgetter, der trotz seiner Größe die meisten Kopfball-Duelle verlor, aber keine. "Ich will ihn nicht kritisieren, er hatte wenig Unterstützung", meinte etwa "Team-Trainer" Andreas Herzog, und Sebastian Prödl ergänzte: "Wir sind eine Mannschaft. Jeder ist gleich viel wert." Andreas Ivanschitz zeigte sich diplomatisch. "Janko ist uns abgegangen. Aber Kompliment an Maierhofer, er hat viel probiert."

Dass die ÖFB-Truppe überhaupt in Rückstand geriet, war für Maierhofer unter anderem auf mangelndes Spielglück zurückzuführen. "Wir wollten gut aus einer gesicherten Abwehr herausspielen, bis zu den zwei Glücksschüssen der Litauer ist uns das auch gelungen. Das Quäntchen Glück war diesmal einfach nicht auf unserer Seite", resümierte der Rapidler.

Ivanschitz sah viele Chancen

Von einer Katerstimmung wollte Ivanschitz generell nichts wissen. "Wir sind immer realistisch geblieben und haben genau gewusst, wie das 3:1 gegen Frankreich einzuschätzen ist", beteuerte der Kapitän, der bemüht war, positive Aspekte hervorzustreichen. "Wir haben in diesem Spiel so viele Chancen herausgespielt wie in den letzten drei, vier Partien zusammen."

Selbst nach dem 0:2 sei ein Punktgewinn in Marijampole noch möglich gewesen. "Wir hatten genug Chancen auf den Anschlusstreffer und dann schaue ich mir an, ob uns nicht noch das 2:2 gelungen wäre." Nun müsse das nächste Match am 11. Oktober auswärts gegen die Färöer unbedingt gewonnen werden, "und dann brauchen wir gegen Serbien wieder die Unterstützung des Publikums, und die werden wir haben. Die Euphorie darf nicht abbrechen", forderte der Burgenländer.

"Die Niederlage ist bitter"

Vorerst aber gilt es noch, den Rückschlag im Baltikum zu verdauen. "Die Niederlage ist bitter, weil wir nach dem guten Start gegen Frankreich eine große Möglichkeit nicht genutzt haben. Aber wenn uns vorher wer gesagt hätte, wir holen drei Punkte aus den ersten zwei Spielen, hätten wir sie wahrscheinlich genommen", vermutete der 24-Jährige. Ivanschitz war sich nicht sicher, ob eine offensivere Variante gegen Litauern zielführender gewesen wäre. "Vielleicht hätten wir mehr riskieren sollen, aber im Nachhinein ist das immer leicht zu sagen."

So wie Ivanschitz trauerte auch Martin Stranzl einem perfekten Start in die WM-Qualifikation nach. "Natürlich ärgert man sich darüber, dass man so eine Chance ausgelassen hat. Jetzt sind wir dort, wo wir nicht hinwollten, aber wir müssen wieder nach vorne schauen", erklärte der Innenverteidiger, dem auch sauer aufstieß, dass der ÖFB-Auswahl nach einem klaren Handspiel im Finish ein Elfmeter vorenthalten worden war.

Aufhauser fehlt gegen Färöer

Diese Fehlentscheidung sowie ein vom Referee nicht geahndeter Ellbogencheck gegen sein Gesicht brachten den Abwehrspieler von Spartak Moskau dermaßen in Rage, dass er kurz vor Schluss wegen Schiedsrichterkritik die Gelbe Karte sah, was noch bittere Folgen haben könnte, denn nach zwei Verwarnungen steht eine Zwangspause an. Als erster Österreicher muss Rene Aufhauser nach seinen gegen Frankreich und Litauen erhaltenen Gelben Karten pausieren, der Mittelfeldspieler fehlt gegen die Färöer.(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Maierhofer konnte seinen Bundesliga-Torriecher international nicht bestätigen.

Share if you care.