Satirikerin muss wegen Verbal-Attacke auf Papst vor Gericht

12. September 2008, 07:24
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Guzzanti: Benedikt XVI. werde in 20 Jahren in der Hölle von "Teufeln und Schwuchteln" gequält werden - Sie muss nun wegen Verunglimpfung eines Staatsoberhauptes vor Gericht

Rom - Die italienische Satirikerin Sabina Guzzanti muss sich wegen einer Verbal-Attacke auf den Papst vor Gericht verantworten. Die römische Staatsanwaltschaft hat die Eröffnung eines Prozesses gegen die bekannte Kabarettistin beantragt, die bei einer Demonstration gegen die aktuelle Regierung Berlusconi Anfang Juli gesagt hatte, Benedikt XVI. werde in 20 Jahren in der Hölle von "Teufeln und Schwuchteln" gequält werden. Die Kabarettistin muss sich wegen Verunglimpfung eines Staatsoberhauptes verantworten, da der Papst mit einem Staatschef gleich gestellt werden könne, verlautete es aus der römischen Staatsanwaltschaft. Guzzanti droht damit eine Strafe bis zu fünf Jahren.

"Tiefes Bedauern"

Die Diözese Rom hatte nach der Demonstration in Rom in einer kurzen Erklärung "tiefes Bedauern wegen der beleidigenden Worte" gegen Benedikt XVI. ausgedrückt. Die katholische Tageszeitung "Avvenire" hatte in einem Leitartikel von einer "schäbigen Performance" gesprochen.

Die 45-jährige Guzzanti ist durch ihre Persiflagen von Regierungschef Silvio Berlusconi zum Star geworden. Die Verwandlungskünstlerin schlüpft in ihren Shows meist in die Rolle Berlusconis, hin und wieder mimt sie auch dessen Rivalen. Wegen ihrer langen Anti-Berlusconi-Monologen im Fernsehen war sie auch von der TV-Gruppe Mediaset im Besitz des Premierministers wegen Diffamierung angezeigt worden. (APA)

 

  • Die italienische Komikerin Sabina Guzzanti wurde mit ihrer scharfen politischen Satire ziemlich schnell zur Zielscheibe von Politikern, beonders durch den Berlusconi-kritischen Film "Viva Zapatero!"
    Foto: EPA/CLAUDIO ONORATI

    Die italienische Komikerin Sabina Guzzanti wurde mit ihrer scharfen politischen Satire ziemlich schnell zur Zielscheibe von Politikern, beonders durch den Berlusconi-kritischen Film "Viva Zapatero!"

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