Wohlfühlfaktor im Gemeindebau

11. September 2008, 22:44
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Wien startet größte Mieterbefragung Österreichs - Der Berufsstand Hausbesorger soll ein Lehrberuf werden - Schwenk bei Mieterhöhung

Wien - Eine Befragung, wie sie Gemeindebauten österreichweit noch nicht gesehen haben: Das schwebt Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) vor. In den kommenden Tagen sollen deswegen an alle 220.000 Wiener Gemeindebau-Haushalte Fragebögen, die jeweils 20 Fragen zum Wohlfühlfaktor enthalten, verschickt werden.

Berufsstand Hausbesorger


Unter dem Titel "Wir wollen wissen, wie es Ihnen geht", werden die Mieter etwa nach der Zufriedenheit mit der Wohnlage, der Ausstattung, der Höhe der Miete oder dem Zusammenleben mit den Nachbarn befragt. Bis Mitte Oktober erwartet Ludwig die Antworten.
Wäre nicht Wahlkampf, hätte man sich in der Broschüre, die dem Fragebogen beiliegt, einen Seitenhieb auf die politischen Mitbewerber im Wahlkampf gespart. So setzt Wien, nicht etwa die Partei SPÖ, sich für die Wiedereinführung der Hausmeister ein - welche die ÖVP-FPÖ-Regierung vor acht Jahren abgeschafft hatte. Der Berufsstand Hausbesorger soll ein Lehrberuf und somit aufgewertet werden.

Keine Mieterhöhung bis Ende des Jahres

Dem viel kritisierten "Waschtourismus", dem gewerblichen Nützen der Waschküche - will Ludwig mit einem Chip-System den Garaus machen. Nur zu bestimmten Zeiten und das nur ein Mal im Monat soll man mittels Chip Zugang zur Waschküche haben. Wer öfter waschen muss, muss zahlen. Apropos Zahlen: Die Miete will Ludwig bis Ende des Jahres nicht erhöhen. Was die Erhöhung der Gebühren betrifft, gibt es eine Änderung in der Haltung der allein regierenden SPÖ. Das Valorisierungsgesetz, das die automatische Erhöhung von der Müll-, Kanal- und Wassergebühr vorsieht, wenn der Verbraucherpreisindex um drei Prozent steigt, will Bürgermeister Michael Häupl prüfen.

"Wir werden sehen, ob man die Valorisierung ganz, halb oder gar nicht nützt." Warum dieser Schwenk? „Wenn sich die Umstände ändern, wie jetzt die Teuerung, dann muss man überlegen was man tut", sagt Häupl. Die Opposition rechnet fix mit Gebührenerhöhungen im kommenden Jahr. (Marijana Miljkoviæ/ DER STANDARD Printausgabe 12.9.2008)

 

 

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