Union Invest will kräftig wachsen

11. September 2008, 09:41
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Gesellschaft peilt in Österreich Fondsvolumen bis 2011 von einer Milliarde Euro an

Wien - Union Investment, die drittgrößte Fondsgesellschaft Deutschlands, verstärkt ihre Präsenz in Österreich und will hierzulande bis 2011 eine Milliarde Euro Vermögen zur Verwaltung anvertraut bekommen, doppelt so viel wie derzeit. Dies kündigte Vorstandsdirektor Alexander Schindler am Mittwochabend in Wien an.

Trotz der starken Verunsicherung der Anleger aufgrund der internationalen Finanzkrise geht Union Investment für heuer für Österreich von 10 Prozent Wachstum aus. In Deutschland hat es die zu Volksbanken und Raiffeisen gehörende KAG bisher zu knapp 7 Mrd. Euro Nettoabsatz gebracht, für das Gesamtjahr erwartet Schindler 10 Mrd. Euro Neuvolumen nach 12 Mrd. Euro im Vorjahr.

Insgesamt hatte Union Investment, die Nummer 3 nach Deka und DWS, zur Jahresmitte 167 Mrd. Euro Assets under Management, davon 108 Mrd. Euro Publikumsfonds, 42,7 Mrd. Euro Spezialfonds und 16,2 Mrd. Euro reines Portfoliomanagement. Die 2.218 Mitarbeiter betreuen 4,6 Mio. Kunden.

Das Marktumfeld sei wegen der Finanzkrise "schwierig", und die Investoren würden "größte Zurückhaltung" an den Tag legen, sagte Schindler vor Journalisten. Besonders mit institutionellen Investoren seien die Zeiträume ihrer Entscheidungen und die Diskussionen viel länger als sonst. Bei Institutionellen gebe es heuer per Saldo sogar Abflüsse: "Ihre Risikobudgets sind vielfach ausgeschöpft und sie gehen in andere Asset-Bereiche, etwa Richtung Geldmarkt." Liquidität sei "im Überfluss" da, sie werde aber "viel langsamer abgearbeitet".

Kooperationen

Im Vertrieb in Österreich setzt Union Investment vor allem auf die Volksbanken. Ihre Mutter, die deutsche DZ-Bank, hält in Österreich eine Sperrminorität am Sektorspitzeninstitut Volksbanken AG. Ferner kooperiert man mit Dachfondsmanagern und Finanzdienstleistern, um - indirekt - die Zielgruppe Privatkunden zu erreichen.

Regionale Expansionsschwerpunkte sind ferner die Schweiz, Italien und Osteuropa - sowie Asien ausgehend von Hongkong, auch Richtung China. Gerade in Asien werde der Trend zu Euro-Anlagen, also weg vom Dollar, noch stärker zunehmen, ist der Union-Investment-Vorstand überzeugt. In Deutschland wird der Fondsabsatz derzeit stark durch die mit Anfang 2009 kommende Abgeltungssteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidarzuschlag getrieben.

An den nach wie vor gut laufenden Riester-Vorsorgeverträgen habe man 1,6 Millionen im Bestand und sei damit der größte Anbieter, auch vor einzelnen Versicherungen. Die Konsolidierung - Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank - sei nicht negativ. Unter anderem würden dadurch etwa gute Portfolioexperten auf den Markt kommen. Größe sei aber auch bei Fusionen nicht alles. (APA)

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