NATO brüskiert Russland

11. September 2008, 07:43
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NATO-Vertreter planen Treffen mit Georgiens Saakaschwili - Russland fordert Absage ihrer Georgien-Reise: "Völlig unpassend"

Berlin - Ein Treffen der NATO-Vertreter mit dem georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili ist für Anfang nächster Woche in Tiflis geplant. Das berichtet die deutsche "Bild"-Zeitung unter Berufung auf einen NATO-Sprecher.

Anlass sei das erste Treffen der neuen NATO-Georgien-Kommission, die unter anderem am langfristigen Ziel eines Beitritts Georgiens zur NATO arbeiten soll. Die Gegner eines raschen NATO-Beitritts fürchteten noch größere Spannungen mit Russland, zitiert die Zeitung Kreise des Verteidigungsbündnisses. 

Russland: "Völlig unpassend"

Der russische Botschafter bei der NATO, Dmitri Rogosin, hat die Botschafter der NATO-Mitgliedsländer aufgefordert, eine für kommende Woche geplante Reise nach Georgien abzusagen. "Ich habe sehr deutlich erklärt, dass dieser Besuch völlig unpassend ist, und gefordert, dass die Allianz ihn überdenkt und ihn aus ganz ersichtlichen Gründen verschiebt", sagte Rogosin am Mittwochabend nach einem Treffen der NATO-Botschafter in Brüssel. Eine derart ranghohe Besucherdelegation werde als "umfassende politische und militärische Unterstützung" für den georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili interpretiert, sagte Rogosin vor Journalisten.

Der Besuch der NATO-Botschafter in Georgien am 15. und 16. September unter Leitung von NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer war bereits seit längerer Zeit geplant. Dabei sollten die politischen Reformen in der Kaukasus-Republik bewertet werden. Vergangene Woche bestätigten Diplomaten in Brüssel, die Reise des NATO-Rates solle Solidarität demonstrieren und Tiflis bei der Heranführung an die Allianz unterstützen.

Georgien strebt eine NATO-Mitgliedschaft an. Die Staats- und Regierungschefs der Allianz hatten Georgien und der Ukraine im April in Bukarest einen späteren Beitritt in Aussicht gestellt. Der formelle Kandidatenstatus wurde beiden Ländern allerdings auf Druck Deutschlands und Frankreichs verweigert. Berlin verwies auf den Streit um die Abspaltung Südossetiens und Abchasiens. (APA)

 

 

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