Die Ramsau, das Rollen und Herr Prüller

11. September 2008, 17:00
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Der logistischen Herausforderung eines Urlaubs stellt sich Leo Szemeliker, Autor der "Kinderwagen"-Kolumne

In der Vorwoche waren wir mit dem Wurm erstmals auf Urlaub - in der schönen Ramsau. Noch von einer aus Moskau eingeschleppten Darmverrenkung gezeichnet, wuchtete ich folgendes in einen dafür nur bedingt geeigneten, sonst aber superguten Stufenheck-Volvo (S40 mit schmoover Doppelkupplungsautomatik): drei Reisetaschen, einen Wanderrucksack, eine Umängetasche (Kameras, Ladegeräte, Kabel), eine Laptoptasche, zwei Segeltuchsäcke (Baby-, Wander-Zeug), zwei Lebensmittel-Kartons, eine Wickeltasche, einen Wickelrucksack, einen Stillpolster, einen Kinderwagen, den Maxicosi.

Trotz des Logistikwahnsinns war der Trip ein voller Erfolg: Der Kleine sah zum ersten Mal Muhkuhlis, Hasis und Schweindis. Er umrundete die Ramsau im Kinderwagen und bestieg fast die Südwandhütte am Dachstein. Er bewegte sich erstmals in Richtung individuell bestimmter Mobilität: Er kann sich nun aus der Rückenlage auf den Bauch rollen.

Seit er wieder zu Hause ist, raunzt der Wurm Tag und Nacht. Innegehalten hat er nur, als er zufällig am Fernsehgerät vorbeigetragen wurde: Heinz Prüller belehrte gerade einen melancholisch-desinteressierten Alexander Wurz darüber, was Prost und Senna von Räikkönen und Massa unterschied. Dazu jaulten die Motoren. Mein Sohn war fasziniert. Ruhig. Danke für die fünf Minuten. (szem/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.09.2008)

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Leo Szemeliker

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