"Babylon A.D.": Muskeln für die Zukunft

10. September 2008, 18:25
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Vin Diesel in einem Sci-Fi-Action-Spektakel von Mathieu Kassovitz nach einer Romanvorlage von Maurice Dantec

In einer düsteren Zukunft, in einer finsteren Ecke Osteuropas ist der Söldner Toorop (Vin Diesel) der Mann fürs Grobe. Eines Tages erteilt ihm ein Mafioso (Gérard Depardieu hat sich dafür extra ein Goldketterl umgehängt) einen Spezialauftrag: Als Beschützer einer jungen Frau namens Aurore (Mélanie Thierry) und deren Begleiterin (Michelle Yeoh) soll Toorop in die USA reisen. Und bald stellt sich heraus, dass diese Aufgabe um einiges gefährlicher ist, als der kampferprobte Held erwartet hat.

Der französische Schauspieler Mathieu Kassovitz wurde als Regisseur ursprünglich mit Filmen wie der gewitzten Indie-Gesellschaftskomödie Métisse (1993) oder dem kraftmeierischen Banlieue-Drama Hass - La haine (1995) bekannt. Später inszenierte er den gruseligen Thriller Die purpurnen Flüsse. Nunmehr stellt er - nach Gothika (mit Halle Berry) - mit dem opulenten Sci-Fi-Actionspektakel Babylon A.D. seinen zweiten Film mit Hollywood-Starbesetzung vor.

Babylon A.D. basiert auf einer Romanvorlage von Maurice Dantec. Dem Vernehmen nach war die Leinwandadaption dem Regisseur ein Herzensanliegen - welches aber schlussendlich nicht wenig unter den Eingriffen der Produzenten gelitten haben soll. (irr / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.9.2008)

Gründlich entzaubert
Der Italiener Matteo Garrone hat sich seit Jahren als Regisseur eigenwilliger Filmerzählungen und Dokumentarfilme profiliert, welche stets auch soziale Realitäten reflektierten. Nunmehr hat er sich an eine Adaption von Roberto Savianos Gomorrha gewagt, jene zum Bestseller avancierte, vor allem ökonomische Ausleuchtung italienischer Verbrecherkartelle. Garrone legt den Film in Episoden an, in deren Mittelpunkt nicht Paten von Leinwandformat stehen, sondern niedere Kader und jene, die sich der Verstrickung in die Camorra kaum entziehen können.
Außerdem: die Filmversion von Heinz Strunks erschütternden Jugenderinnerungen Fleisch ist mein Gemüse sowie Ira Sachs' ins Komödiantische gewendeter Film noir Married Life. Die Breitenseer Lichtspiele starten am 12. 9. mit Fahrstuhl zum Schafott ihre Retro "Regisseure der 60er- und 70er-Jahre". (irr)

  • Dunkle Gestalten nehmen Toorop ins Visier 
    foto: concorde

    Dunkle Gestalten nehmen Toorop ins Visier 

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