Apples wachsende Medienmacht

10. September 2008, 18:15
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Mit 8,5 Millionen Songs und 30.000 TV-Shows festigt iTunes die iPod-Verkäufe. Neue Spiele für iPhone und iPodTouch sowie knallige, bunte Farben für den Nano sollen die Käufer weiter in Apple-Laune halten

Das TV-Network NBC stellt seine Serien wie „Monk", „The Office" oder „Heros" wieder im Apple-Onlinestore iTunes ein. Das ist nur eines der vielen Details, mit denen Steve Jobs bei der Präsentation neuer iPods und Software Dienstag die Medienmacht untermauerte, die Apple inzwischen ausübt.

99 Cent für jeden Song, 1,99 Dollar für jeden Serientitel

NBC hatte sich vor knapp einem Jahr aus dem Onlinevertrieb bei Apple zurückgezogen, weil ihm die Preispolitik von Apple-CEO Steve Jobs nicht passte: 99 Cent für jeden Song, 1,99 Dollar für jeden Serientitel, egal wie neu, wie alt, wie populär ein Angebot. Jobs lernte in der Zeit der NBC-Abstinenz etwas Flexibilität, seither dürfen die Serien des neu angeworbenen Pay-Kanals HBO („Sopranos", „Rome") ein wenig mehr kosten.

Ob NBC von dieser Flexibilität profitiert ist noch nicht bekannt. Jedenfalls profitiert es von einem neuen Feature des Online-Anbieters: TV-Serien auch in hochauflösendem Format (HDTV) zur Verfügung zu stellen. Und das kostet: 2,99 Dollar statt 1,99 Dollar, obwohl der Aufwand für die Anbieter nicht im selben Maß steigt. Aber auch die Käufer haben etwas davon, denn Blu-Ray, das DVD-Nachfolgemedium, ist erheblich teurer als der Online-Download.

65 Millionen Kunden

30.000 TV-Shows bietet iTune in den USA inzwischen an, 2600 Filme, 8,5 Millionen Songs - „begonnen haben wir mit 200.000", erinnerte Jobs. In den USA ist Apple inzwischen der größte Musikhändler und hat die Supermarktriesen WalMart und BestBuy hinter sich gelassen, den Onlinekonkurrenten Amazon und die Kette Target sowieso. In zehn europäischen Märkten sei iTunes inzwischen die Nummer eins bei Musikdownloads, ergänzt Europachef Pascal Cagni. 65 Millionen mit Kreditkarten zahlende Kunden reklamiert Apple für sich.

Der Aufbau des internationalen TV- und Filmangebots kommt aufgrund komplizierter nationaler Rechte nur langsam voran, immerhin gibt es in Großbritannien, Deutschland und Frankreich ein wachsendes Angebot.

Hintertür

Österreicher müssen sich gedulden, einen Termin gibt es nicht, wohl aber eine Hintertür: Mithilfe von Prepaidkarten kann auch im US-Store um billige Dollars eingekauft werden, zum Beispiel die Oscar- prämierten „Fälscher" mit Karl Markovics, eine Zeitlang sogar auf der iTunes-Bestsellerliste.

Ein erst seit 60 Tagen bestehendes neues Angebot, Software und Spiele für iPhone und den iPod Touch, wächst inzwischen rasant: 100 Millionen Downloads in zwei Monaten, die Zahl der teils gratis, teils gegen Gebühren von 99 Cent bis 9,99 Dollar/Euro angebotenen Applikationen ist in den beiden Monaten von 500 auf 3000 gewachsen.

Regenbogen

Wie in einem Teil der Mittwoch-Ausgabe berichtet, soll eine neue Version des iPod Touch den mobilen Spielekonsolen von Nintendo und Sony Konkurrenz machen. Und Regenbogenfarben und größerer Display den iPod Nano für die Weihnachtssaison herausschmücken. (Helmut Spudich aus London, DER STANDARD Printausgabe 10. Septmber 2008)

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