Kommunizierende Gefäße "ähnlich wie FPÖ und BZÖ"

10. September 2008, 18:04
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Meinungsforscher Pfarrhofer versteht die Nervosität der Grünen

Linz/Wien - "Ich verstehe, dass die Grünen nervös werden, wenn das Liberale Forum antritt - denn dass hier dieselben Wählergruppen angesprochen werden, hat die Geschichte gezeigt" , sagt der Meinungsforscher David Pfarrhofer vom Linzer market-Institut.

1995 - beim letzten erfolgreichen Antreten des LIF - konnte dieses nach Berechnungen des Wiener Statistikers Erich Neuwirth 56.000 Stimmen von den Grünen gewinnen, "die sind später im Wesentlichen wieder von den Grünen aufgesaugt worden" , sagt Neuwirth.

Pfarrhofer erstaunt das nicht: "Das sind ja nicht nur Gruppen mit ähnlichen Inhalten - es sind auch von der Demografie her ähnliche Gruppen, die sich in Umfragen dazu bekennen, Grüne beziehungsweise Liberale zu wählen. Das sind kommunizierende Gefäße, ähnlich wie FPÖ und BZÖ."
Allerdings sei die Gefäßgröße des grün-liberalen Potenzials mit 15 bis 20 Prozent der Wahlberechtigten kleiner als jene von FPÖ-BZÖ: "Im Juni haben wir die FPÖ mit 20 und das BZÖ mit vier Prozent gemessen, seit Jörg Haider vorn steht, bekennen sich mehr Befragte zum BZÖ."
Die bekennenden Anhänger von Liberalen und Grünen haben gemeinsam, dass sie jünger als der Altersschnitt der Wahlberechtigten sind, dass sie höhere Bildung haben und dass sie deutlich häufiger im städtischen Umfeld anzutreffen sind. (cs/DER STANDARD Printausgabe, 11. September 2008)

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