Vesuv-Ausbruch in Pompeji-Ausmaßen möglich

11. September 2008, 12:08
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Forscher fordern genaue Analyse des Magmas in acht bis neun Kilometer Tiefe - dass es seit über 60 Jahren keine Eruption gab, muss kein gutes Zeichen sein

London - Forscher halten einen neuen verheerenden Ausbruch des Vesuv für möglich, der die Stärke der Eruption erreichen könnte, die im Jahr 79 nach Christus die Stadt Pompeji zerstört hatte. Heute würde ein derartiges Ereignis 700.000 Menschen in Gefahr bringen, schrieben französische und italienische Geologen in einem am Mittwoch veröffentlichten Artikel im Fachblatt "Nature". Sie forderten daher dringend eine Untersuchung des Vulkans bei Neapel.

Es sei "von höchster Wichtigkeit", das Magma, das sich in acht bis neun Kilometer Tiefe befinde, zu analysieren, hieß es. "Wenn es dem ähnelt, das die Eruption von Pompeji erzeugt hat, kann man in Zukunft von einer äußerst explosiven und folglich gefährlichen Eruption ausgehen." Wenn das Magma dagegen in seiner Zusammensetzung eher basaltartig sei, würde ein Ausbruch "deutlich weniger schwere Schäden hervorrufen", erklärte Mitautor Bruno Scaillet, Forscher am Institut für Geowissenschaften in der französischen Stadt Orléans. Dann werde es wie bei der letzten Eruption im Jahr 1944 eher bei langsamen Lavaströmen bleiben.

Dass der Vulkan seit 64 Jahren nicht mehr ausgebrochen sei, könne zwei Erklärungen haben: Dass die Magmakammern unter dem Vulkan keinen Nachschub mehr bekämen oder dass der Weg nach oben versperrt sei. Im zweiten Fall könne sich ein enormer Druck in dem Vulkan aufbauen: Eine katastrophale Eruption wie zu Zeiten der Römer sei dann nicht auszuschließen. (APA/red)

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    Friedliche Novemberstimmung am Vesuv - manchmal liegt sogar Schnee, wo es jederzeit wieder feurig werden kann.

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