Wirtschaftskammer für "CO2-Aufsicht"

10. September 2008, 17:46
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Neu entstehender Zertifikate-Markt soll nicht Opfer von Spekulanten werden

Brüssel - Der Industrieausschuss des EU-Parlaments beschäftigt sich heute, Donnerstag, mit dem Emissionshandel, dem die Industrie ab 2013 unterliegt. Wie berichtet wird ab dann die Industrie Zertifikate für ihren CO2-Ausstoß kaufen müssen. Ausnahmen wird es für energieintensive Branchen wie die Stahlindustrie geben, um eine Abwanderung in Länder außerhalb der EU zu verhindern.

Wirtschaftsminister wie Interessenvertreter drängen die Kommission, noch heuer die Rahmenbedingungen dafür festzulegen, um eine gewisse Planungssicherheit zu gewährleisten.
Die Wirtschaftskammer Österreich spricht sich dabei eher für die Gratis-Zuteilung von Emissionsrechten aus als für Schutzzölle, wie sie von der französischen Präsidentschaft derzeit ins Auge gefasst werden, sagte Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung für Umwelt-, Energie- und Infrastrukturpolitik in der Wirtschaftskammer.

Dabei regte er auch die Schaffung einer Marktaufsichtsbehörde an, die bei überdurchschnittlich hoher Nachfrage zusätzliche Zertifikate in den Markt einbringe könnte und bei überdurchschnittlichem Angebot diese wieder abschöpfen sollte - "ähnlich wie die EZB am Geldmarkt agiert" , sagte Schwarzer. Es müsse auf einem Markt mit einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro pro Jahr in der EU vermieden werden, dass Preise wie beim Öl durch Spekulanten künstlich in die Höhe getrieben würden. (Michael Moravec, Brüssel, DER STANDARD, Print-Ausgabe,11.9.2008)

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