Kraft Foods: Fabriken weltweit auf der Waage

10. September 2008, 17:29
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Lebensmittelkonzern produziert mit 700 Mitarbeitern in Österreich - Umsatz steigt

Wien - Ob Kraft Foods auf Dauer in großem Stil in Österreich Schokolade produzieren und Kaffee rösten könne, liege nicht in seiner Hand, sagt Peter Reinecke. Sein Konzern betreibt weltweit 180 Fabriken, die Struktur würde laufend verbessert und über alle Fertigungen international entschieden, stellt der Österreich-Chef des Lebensmittelriesen klar. Die Rahmenbedingungen für die Standorte in Bludenz und Wien seien derzeit gut, "wir arbeiten hart dafür". Die Zukunft hänge jedoch auch von der Entwicklung der Rohstoffpreise, Märkte und von technischen Neuerungen ab, so Reinecke im Gespräch mit dem STANDARD.

Kraft Foods produziert in Vorarlberg mit 350 Mitarbeitern Schokolade für ganz Europa, Milka-Tafeln etwa und Naps. Mit im Portfolio ist auch Suchard. In Wien sorgen weitere 350 Beschäftigte für Kaffee der Marke Jacobs. Mirabell-Mozartkugeln rollt ein Salzburger Partner.

Der Umsatz in Österreich zog im Vorjahr um sieben Prozent auf 425 Mio. Euro an. Knapp 44 Prozent der Produktion gehen in den Export.

Aus der Diskussion rund um die Senkung der Mehrwertsteuer will sich Reinecke heraushalten, es sei eine politische Debatte. Sein Konzern habe die Preise für Schokolade heuer in Österreich um zehn bis zu 15 Prozent angehoben, für Kaffee um 50 Cent je Kilo. Weitere Erhöhungen seien möglich, entscheidend sei die Entwicklung der Rohstoffpreise. Kakao etwa habe sich innerhalb eines Jahres um 50 Prozent verteuert, für Robusta-Kaffee bezahle man heute sechsmal mehr als 2002. "Die Zeiten der immer billigeren Lebensmittel sind vorbei." (Verena Kainrath, DER STANDARD, Print-Ausgabe,11.9.2008)

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