Buchhändler wollen weniger Mehrwertsteuer zahlen

10. September 2008, 15:13
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"Bücher sind geistige Nahrung" sagen die Buchhändler - Sie nutzen die Gunst der Stunde und wollen nur mehr sieben Prozent bezahlen

Wien  - Die heimischen Buchhändler nutzen die Gunst der Stunde vor der Wahl und haben heute, Mittwoch, die Senkung der Mehrwertsteuer (MwSt) auf Bücher von 10 auf 7 Prozent gefordert. "Um der EU entgegen zu kommen", sollte auch der bestehende Satz auf Lebensmittel nicht von 10 auf 5 Prozent halbiert, sondern auf 7 Prozent verringert werden, sagte Michael Kernstock, Obmann des Fachverbandes der Buch- und Medienwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, zur APA. Damit würden die österreichischen Buchpreise "endlich" an die deutschen angeglichen werden.

Unterschiedlicher Steuersatz

Der unterschiedliche Steuersatz auf Bücher in Deutschland (7 Prozent) und Österreich (10) mache den Buchhändlern schon lange zu schaffen, sagte Kernstock. Bücher würden zum Großteil aus dem Nachbarland importiert. Durch den höheren Steuersatz in Österreich wichen einige Kunden auf Deutschland aus. Die heimische Buchhändler büßten dadurch etwa 10 bis 20 Prozent ihres Umsatzes ein, schätzte der Obmann. "Die Kunden fragen immer wieder, warum das Buch hier mehr kostet als in Deutschland", monierte Kernstock.

Transparenz

Eine Senkung des gesamten bestehenden MwSt-Satzes von 10 auf 7 Prozent wäre für Kernstock "die einfachste Lösung". Das beträfe dann auch Mieten, Kunstgegenstände oder Blumen. Die Buchhändler würden eine Steuerverringerung sofort an den Kunden weitergeben, wird versichert. Denn durch das im Jahr 2000 beschlossene Preisbindungsgesetz, das einen Mindestpreis für Bücher vorschreibt, sei Transparenz gegeben.

Bei den Lebensmitteln, für die SPÖ und FPÖ eine Halbierung der MwSt fordern, gebe es dafür ob der freien Preisgestaltung keine Garantie auf Weitergabe an den Konsumenten. Und: Das "Kulturgut Buch" habe nicht nur eine Sonderstellung im Gesetz, sondern sei "geistige Nahrung". Kernstock sieht nicht ein, warum der Finanzminister bei ungesunden Lebensmittel weniger Steuern kassieren sollte. (APA)

 

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