Hintergrund: Lehman Brothers

10. September 2008, 14:39
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Ein schwerer Schlag war die Zerstörung des neben dem World Trade Center gelegenen Hauptsitzes

Frankfurt - Die durch die Subprime-Krise in Not geratene amerikanische Investmentbank Lehman Brothers wurde 1850 in Montgomery im US-Staat Alabama gegründet. Ursprung war ein "General Store", ein Laden für alles. Die Gründer, die Brüder Henry, Emanuel und Mayer Lehman, stammten aus Rimpar bei Würzburg.

Schon in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts stiegen die Brüder in den Rohstoffhandel ein, indem sie Baumwolle als Zahlungsmittel in ihrem Laden annahmen und das Naturprodukt gegen Bargeld oder Ware weiterverkauften. Daraus entstand eine Warenvermittlung für Baumwolle. 1858 eröffneten Lehman Brothers ein Büro in New York.

Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg verlegten Lehman Brothers ihren Sitz nach New York. 1889 ging das Bankhaus an die Börse. Im 20. Jahrhundert weitete Lehman sein Geschäft global aus. 1977 fusionierte das Geldhaus mit Kuhn, Loeb & Co.

Nach einer tiefen Krise in den 80ern gelang unter dem heutigen Chef Richard Fuld ein rasanter Aufstieg zu einem der weltgrößten Investment-Häuser. Vorübergehend verlor Lehman seine Selbstständigkeit, als die Bank 1984 von American Express übernommen wurde. Doch 1994 erstand Lehman Brothers von neuem als als eigenständiges Unternehmen. Heute sind Investmentbanking und festverzinsliche Wertpapiere Schwerpunkte des Geschäfts.

Ein schwerer Schlag war die Zerstörung des neben dem World Trade Center gelegenen Hauptsitzes von Lehman Brothers am 11. September 2001. Doch während die Bank die Arbeit nachdem dem Terroranschlag fast nahtlos fortsetzte und schon 2002 ein Ausweichquartier fand, geriet sie im Sommer 2007 massiv in die Finanzmarktturbulenzen. Lehman schloss seine Subprime-Abteilung und entließ 1.200 Mitarbeiter.

Nach gescheiterten Gesprächen über eine Beteiligung der staatlichen Korea Development Bank stürzte die Lehman-Aktie jetzt auf einen Bruchteil ihres früheren Wertes. Lehman hat in der Kreditkrise bisher etwa 8,2 Mrd. Dollar (5,8 Mrd. Euro) verloren. Die Bilanz der Bank wird nach Analystenschätzung von Problemkrediten im Volumen von 70 Mrd. Dollar belastet. (APA/AP)

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