Kriminalstatistik Wien: Weniger Delikte - mehr Aufklärung

10. September 2008, 14:24
2 Postings

Weniger Überfälle auf Wettbüros, Trafiken und Geschäfte aber mehr Jugendkriminalität - Sonderstreifen sollen Jugendkriminalität eindämmen

Wien - Die Kriminalität in Wien ist in den ersten acht Monaten dieses Jahres im vergleich zum Zeitraum 2007 zurückgegangen. Die Anzahl der angezeigten Fälle ist von 143.000 auf 139.716 gesunken, gab die Bundespolizeidirektion Wien bekannt. Das ist ein Rückgang um 2,3 Prozent im Vergleich zu 2007. Die Aufklärungsquote stieg um 0,4 Prozent, sie liegt nun bei 27,6 Prozent.

Bei den Delikten gab es einen Rückgang der strafbaren Handlungen gegen fremdes Vermögen um 3,4 Prozent. Beim Schweren Raub gab es um 18,3 Prozent weniger Anzeigen als in den ersten acht Monaten 2007, beim normalen Raub um 2,4 Prozent. Bei Bank- und Postüberfällen lag man Ende August um fünf Fälle unter dem Wert des Vorjahres. 39 Banküberfälle wurden 2008 bisher geklärt, davon 14 aus früheren Jahren und sechs aus Niederösterreich. Rückgänge gab es auch bei Überfällen auf Wettbüros, Tankstellen, Trafiken und Geschäfte.

Um 7,4 Prozent sank die Zahl der Anzeigen beim Handyraub, um 7,5 Prozent bei Überfällen auf Passanten. Die Zahl der Diebstähle ging um 7,9 Prozent zurück, bei den Einbrüchen gab es um 1,7 Prozent weniger als von Jänner bis August 2007.

Kinder- Jugendkriminalität wächst

Die Kinder- Jugendkriminalität in Wien ist hingegen stark im Wachsen begriffen. Daten der Kriminalstatistik weisen in den entsprechenden Altersgruppen zweistellige Zuwächse bis mehr als 30 Prozent aus. Außerdem mehren sich besonders Delikte gegen Leib und Leben sowie gegen fremdes Vermögen (Raub, Diebstahl, aber auch Sachbeschädigungen). Mit neuen Ermittlungseinheiten will die Wiener Exekutive dieser Entwicklung nun verstärkt Rechnung tragen.

Besonders in der Altersgruppe der Zehn-bis 14-Jährigen stieg die Zahl der Anzeigen in den ersten acht Monaten dieses Jahres stark. 1.239 Anzeigen heuer bedeuteten gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres einen Zuwachs um 30,6 Prozent. Selbst bei den Kindern unter zehn gab es einen Zuwachs um 22,2 Prozent. Vergleichsweise am geringsten stieg die Zahl der Anzeigen bei den Jugendlichen (14 bis 18), nämlich um 11,4 Prozent.

Außerdem beobachtete die Polizei verstärkt  Auseinandersetzungen größerer Gruppen von Jugendlichen, bei denen mit Messern sowie Hieb- und Schlagwaffen gegen die Kontrahenten vorgegangen wurde. Schwere Körperverletzungen waren die Folge.

Sonderstreifen

Die Wiener Polizei will die Jugendkriminaluität in zwei Schritten zurückdrängen: Die Gruppe, die sich in der Kriminaldirektion 1 (KD 1) bisher unter anderem um Jugendkriminalität und Bankanschlussdelikte gekümmert hat, soll künftig ausschließlich für Jugendkriminalität zuständig werden.  Das Sicherheitspersonal für Bankanschlussdelikte soll neu geregelt werden.

Außerdem soll eine 15-köpfige "Sonderstreifen- und Ermittlungsgruppe zur Bekämpfung der Kinder- und Jugendkriminalität" gegründet werden. Dafür werden derzeit Freiwillige sowohl aus dem uniformierten Bereich als auch aus dem Kriminaldienst rekrutiert. Schwerpunkte dabei sind die Delikte Straßen- Handtaschen- und Handyraub, aber auch Sachbeschädigungen wie das Vorgehen gegen Sprayer. (APA)

 

Share if you care.