Kriminalität gesunken - Starker Anstieg bei Jugendkriminalität

10. September 2008, 13:46
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Über 750 Delikte mehr in der Gruppe der Zwölf- bis 13-Jährigen - Fekter-Vorschlag: 13-Jährige diversionsfähig machen

Wien - Die Gesamtkriminalität weist einen Rückgang um 5,8 Prozent in den Monaten von Jänner bis August 2008 auf zeigt die Kriminalitätsstatistik die  Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) präsentierte.

Die Zahl der Anzeigen insgesamt sank in diesem Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr von 397.459 auf 374.551 Fälle. Einen deutlichen Anstieg gab es hingegen bei der Jugendkriminalität zu verzeichnen: Die Anzahl der Delikte, die von Zehn- bis 14-Jährigen begangen wurden, stieg um 23,5 Prozent von 3.583 auf 4.370.

Kriminalität auch in Grenzgebieten zurückgegangen

Erfreulich sei, dass die Kriminalität in allen Bundesländern zurückgegangen sei, am stärksten im Burgenland (minus 13,7 Prozent), am wenigsten stark in Wien (minus 2,3 Prozent). Auch in den meisten Grenzbezirken sowie gebe es einen Rückgang, so Fekter. Ausnahmen bildeten etwa der Bezirk Mattersburg (plus 19,4 Prozent), wo sich eine Bande speziell auf Kantinen und Sportstätten spezialisiert hatte.  In Freistadt (plus 16,5 Prozent) habe eine Serie von betrügerischen Haustürgeschäften zum Anstieg geführt. Die Entwicklung der Kriminalität in den einzelnen Bundesländern (Zahl der Anzeigen im Vergleich zum Vorjahr):

 
BURGENLAND - 13,7 %
KÄRNTEN - 6,4 %
NIEDERÖSTERREICH - 9,0 %
OBERÖSTERREICH - 6,4 %
SALZBURG - 10,2 %
STEIERMARK - 8,5 %
TIROL - 4,4 %
VORARLBERG - 7,9 %
WIEN - 2,3 %

Diebstahl und Raub zurückgegangen

Die Deliktsbereiche Diebstahl, Einbruchsdiebstahl und Raub seien österreichweit rückläufig, so die Ministerin. Gestiegen seien die strafbaren Handlungen gegen die Sittlichkeit (plus 5,7 Prozent) sowie gegen Leib und Leben (plus 1,5 Prozent). Ein Rückgang von 14,7 Prozent wurde bei Sachbeschädigungen an Pkw und Kombis verzeichnet. Bei öffentlichen Einrichtungen gingen die Sachbeschädigungen um 10,7 Prozent zurück.

Jugendkriminalität gestiegen

Im Bereich der Jugendkriminalität, wo es einen starken Anstieg gegeben hatte, sprach sich Fekter dafür aus, auch Zwölf- bis 13-Jährige diversionsfähig (Diversion=außergerichtlicher Tatausgleich, Anm.) zu machen. Dabei gehe es "nicht um Strafen im Sinne von ins Gefängnis stecken" oder um Gerichtsverfahren. Aber sie sollten sich beim Opfer entschuldigen und den Schaden wiedergutmachen. Gemeinnützige Arbeit, etwa Zusammenräumen, könne auch ein 13-Jähriger machen, wenn Vandalismus passiert sei, meinte die Ressortchefin. Auch bei Zwölf- und 13-Jährigen müsse eine Unrechtsverdeutlichung stattfinden. (APA)

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