Ypsilanti gegen formelle Koalition mit Linken in Hessen

10. September 2008, 13:11
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"Das würde im Moment die Parteien überfordern"

Hamburg - Die SPD-Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti sieht keine Chance, dass es zwischen SPD, Grünen und Linken im deutschen Bundesland Hessen zu einer formellen Koalition kommt. "Es muss feste Vereinbarungen geben, aber es wird keine Koalition geben", sagte Ypsilanti am Dienstagabend in der ZDF-Sendung "Johannes B. Kerner" und fügte hinzu: "Das würde im Moment in Hessen die Parteien überfordern."

Mit Blick auf den designierten SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering sagte sie: "Er hätte es lieber gesehen in der Tat, dass wir eine Koalition gemacht hätten." Daher würden SPD und Grüne nun versuchen, eine Minderheitsregierung zu bilden "und die Linken haben sich auf den Weg gemacht, das mit zu tragen".

Tolerierung ausreichend

Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete und Ypsilanti-Berater Hermann Scheer hält nach eigenen Worten eine Tolerierung durch die Linke für ausreichend. Wenn Müntefering eine verbindliche Vereinbarung empfehle, so sei damit gemeint, dass sich die Linkspartei berechenbar verhalten müsse, sagte Scheer am Mittwoch im Südwestrundfunk. Eine solche verbindliche Vereinbarung werde auch von der hessischen SPD angestrebt.

Derweil plädiert auch der stellvertretende SPD-Bundestagsfraktionschef Joachim Poß für eine förmliche Koalition in Hessen anstelle einer von der Linkspartei tolerierten rot-grünen Minderheitsregierung. (APA/AP)

 

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