Ein "Dynamo" für die Fachhochschulen

10. September 2008, 11:43
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Mehr Geld, mehr Studienplätze, mehr Forschung - Wissenschafts- und Finanzministerium sind sich einig: Fachhochschulen weiter ausbauen

Die Erfolgsgeschichte der Fachhochschulen ist in Wahlkampfzeiten ein guter Aufhänger um von bildungspolitischen Problemzonen ablenken zu können. Wohl auch deshalb wurden die positiven Entwicklungen an den österreichischen "Vorzeigehochschulen" heute von ÖVP-Vizekanzler Molterer und ÖVP-Wissenschaftsminister Hahn belohnt. Sie sollen ab dem Studienjahr 2009/2010 mehr Geld vom Staat bekommen.

Demnach wird die Studienplatzfinanzierung um jährlich 28 Millionen Euro erhöht - anstatt 182 Millionen Euro stehen den Fachhochschulen dann 210 Millionen im Jahr zur Verfügung. Damit einher gehen soll auch eine Aufstockung der Studienplätze von derzeit 31.000 auf 40.000. Vizekanzler Molterer bezeichnete diese Finanzspritze als "zusätzlichen Dynamo" für die Fachhochschulen. Fachhochschul-Präsident Werner Jungwirth sprach hingegen von einem dringend notwendigen Schritt, denn mit der Erhöhung der Studienplätze brauche man auch zusätzliches Geld.

Berufsbegleitendes Studieren

Seit der Gründung der Fachhochschulen im Jahr 1993 ist dies die erste Erhöhung. Derzeit erhalten die Fachhochschulen vom Bund pro Studienplatz zwischen 6.500 und 8.000 Euro. Die vorgesehene Erhöhung bedeutet im Schnitt 13,7 Prozent mehr Geld pro Studienplatz. Technische Studiengänge sollen vom zusätzlichen Geld besonders profitieren. In Zukunft will Wissenschaftsminister Hahn das berufsbegleitende Studieren an Fachhochschulen weiter forcieren. Derzeit tut das ein Drittel der FH-Studierenden, bis 2012 soll es die Hälfte sein. Zusätzlich soll die Forschung an den Fachhochschulen vorangetrieben werden.

Akademikerquote nicht allein maßgeblich

Angesprochen auf die Ergebnisse der OECD-Studie "Education at a glance" (derStandard.at berichtete), die Österreich noch immer eine niedrige Akademikerquote bescheinigt, meinte Hahn: "Wir müssen von vorne beginnen, damit hinten mehr herauskommt." Kindergärten und der vorschulische Bereich gehörten besonders gefördert. Die Akademikerquote sei aber für den Bildungsstandort Österreich nicht allein maßgeblich, so Hahn. Es müsste zum Beispiel auch die Facharbeiterquote stimmen. (edt/derStandard.at, 10.9.2008)

  • Mehr Geld für die Fachhochschulen ab 2009.
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    Mehr Geld für die Fachhochschulen ab 2009.

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