Stellenstreichung in Spanien und Frankreich

10. September 2008, 15:40
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Bei Renault fallen insgesamt 6.000 Stellen den Absatzproblemen zum Opfer, in Spanien kürzt Ford 1.300 Jobs weg, General Motors 600

Paris, Madrid - Die Automobilbranche kämpft mit sinkenden Absätzen. Der französische Autoproduzent Renault reagiert mit Entlassungen auf den schwachen Absatzmarkt und streicht 6000 Stellen. Davon sollen 4900 Arbeitsplätze in Frankreich wegfallen, 1100 in anderen europäischen Ländern, teilte der Konzern am Dienstag mit. Noch Anfang dieser Woche kursierten Gerüchte, demnach 4.000 Stellen den schwachen Absatzzahlen zum Opfer fallen sollen. Derzeit beschäftigt Europas sechstgrößter Autobauer weltweit rund 134.000 Menschen. Trotz des schwierigen Marktumfeldes hält Renault aber an seiner Gewinnmarge von sechs Prozent für 2009 fest. Für 2008 hatte der Konzern im Juli einen Gewinnspanne von 4,5 Prozent angegeben.

Der Aktienkurs des Unternehmens schloss am Dienstag 0,4 Prozent im Minus, nachdem die Anteilsscheine in diesem Jahr bereits 42,8 Prozent ihres Wertes verloren haben. Die Gewerkschaft CGT rief zu einem eintägigen Warnstreik am Donnerstag auf, um gegen die Stellenstreichungen zu protestieren.Die Stellenkürzungen bei Renault werden nach Einschätzung der CGT einschließlich der Zulieferbetriebe alleine in Frankreich insgesamt 8.000 bis 12.000 Arbeitsplätze in der Autobranche vernichten. "Man spricht von 4.000 direkten Arbeitsplätzen, doch von ihnen hängen viele andere bei den Lieferanten ab", sagte CGT-Chef Bernard Thibault am Mittwoch in Paris. Er warf Renault vor, nur auf das Renditeziel von sechs Prozent zu schauen.

Am 25. September will Renault zudem mit dem europäischen Betriebsrat über den Abbau von 2.000 Stellen außerhalb Frankreichs reden. Konzernchef Carlos Ghosn hatte bereits im Juli von einer Krise der Weltautomärkte gesprochen und die Kürzungen angekündigt. Das Verkaufziel für 2009 nahm er von 3,3 auf 3,0 Mio. Autos zurück.

Der Erfolg des Konzerns wird stark von der neuen Mittelklasse-Limousine Megane III abhängen, die am Dienstag in Genf präsentiert wurde. Auch der zweite große französische Autokonzern, PSA Peugeot-Citroen, drückt die Kosten und hat in Europa in Jahresfrist bereits 10.000 Stellen abgebaut.

Kürzungen auch in Spanien

Auch in Spanien muss die Automobilindustrie aufgrund des stark gesunkenen Absatzes fast 2.000 Arbeitsplätze abbauen. Der US-Konzern Ford will in seinem Werk in Almussafes bei Valencia 1300 seiner 7.000 Stellen einsparen. Wie die Gewerkschaften am Dienstag mitteilten, geht dies aus Plänen hervor, die das Unternehmen dem Betriebsrat vorlegte. Der Konkurrent General Motors will nach Medienberichten in seinem Werk in Figueruelas bei Saragossa 600 von insgesamt 7.500 Arbeitsplätze streichen.

Die spanische VW-Tochter SEAT plant nach Angaben des Betriebsrats keine Stellenstreichung, will aber im Werk in Martorell die Nachtschicht ausfallen lassen und damit etwa 300 Fahrzeuge pro Tag weniger produzieren als bisher. Der Verkauf von Personenwagen in Spanien war im August im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat um 41 Prozent gesunken. (APA/Reuters/dpa/red)

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