Musik: Adrian Orange und fetter Kakao

9. September 2008, 20:01
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Am Freitag tritt das Wunderkind im Rahmen des Festivals Festkakao live in der Wiener Arena auf

Kein anderes Album drang im Vorjahr tiefer ins Rezensentenherz als Adrian Orange & Her Band, das titellose Meisterwerk des Anfangzwanzigers Orange aus Portland, Oregon, der mit 18 Mitstreitern einen prächtigen Bastard schuf, der vom besoffenen New- Orleans-Trauermarsch über knieweichen Reggae-Folk bis in durchgeknallte No-Wave-Ausflüge taumelte. Damit wurde er nicht nur als neuer Gott gepriesen, er stellte Artverwandtes wie den Folk von Beirut glatt in den Schatten. Wie Zach Kondon (Beirut) schuf er eine Folkmusik ohne Land. Grundsympathisch und mit derartigem Wahnwitz dargereicht, dass es nicht weniger als herzerwärmend war. Am Freitag wird dieses Wunderkind im Rahmen des Festivals Festkakao live in der Wiener Arena auftreten. Zwar (leider) nicht mit vollem Kommando, aber - hey! - der Jüngling hat bereits davor als Thanksgiving herrlich verschrobene Platten zwischen Beck, den Talking Heads und Will Oldham veröffentlicht. Ein Kirchgang wird das, nichts weniger! Kommet in Scharen. Anlass für diese frohe Kunde ist eine andere: das Wiener Label Fettkakao feiert sein dreijähriges Bestehen mit Vortex Rex, Paper Bird, 8 Hours Manatee, Ilsebill, A Thousand Fuegos, Brooke's Bedroom, Seven Sioux und Spoenk. O kommet denn in Scharen! (flu, DER STANDARD - Printausgabe, 10. September 2008)

12. 9., Arena, 3., Baumgasse 80. 16.00

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