Steve Jobs: "Die Berichte über meinen Tod sind stark übertrieben"

10. September 2008, 08:00
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Apple erneuert iPod-Pa­lette - iPhone soll als mobiles Spielegerät Sony und Nintendo Konkurrenz machen

Der US-Konzern Apple will mit einer neuen Palette seiner iPod-Musikplayer die Marktführung verteidigen. Apples Internet-Laden iTunes sei inzwischen auch zum weltgrößten Musikhändler aufgestiegen, sagte Konzernchef Steve Jobs am Dienstag in San Francisco ohne nähere Angaben. Der iTunes Store habe inzwischen 65 Millionen Kunden und 8,5 Millionen Musiktitel im Angebot. Außerdem will Apple das Handy iPhone und den iPod touch mit ihren berührungsempfindlichen Bildschirmen verstärkt als mobile Spielegeräte in Konkurrenz zu Sony und Nintendo etablieren. Unterstützung kommt von neuen Spielen etablierter Games-Produzenten.

iPod nano reloaded

Die Runderneuerung der iPod-Modelle war von Beobachtern erwartet worden, nachdem sich in den vergangenen Monaten das Absatzwachstum abgeschwächt hatte. Der iPod habe allerdings in den USA nach wie vor einen dominierenden Marktanteil von 73,4 Prozent, wie Jobs betonte.

Grellbunt

Unter anderem bekommt der nun noch kleinere iPod nano einen Bewegungssensor wie ihn das iPhone und der iPod touch haben. Dadurch kann die Zufallswiedergabe per Schütteln des Players eingeschaltet werden, wie Jobs vorführte. Die Geräte werden nun in neun zum Teil grellbunten Farben verkauft. Jobs betonte, dass sie keine giftigen Substanzen enthalten. Umweltschützer hatten Apple in der Vergangenheit für den Einsatz schädlicher Chemikalien kritisiert.

iPod touch die zweite Generation

Der iPod touch wird jetzt noch dünner und bekommt - wie von vielen Nutzern gefordert - einen gewöhnlichen Lautstärkeregler an der Seite. Bisher konnte man die Lautstärke nur über den Bildschirm einstellen. Außerdem wird Batterielaufzeit mit 36 Stunden Musik bzw. sechs Stunden Video angegeben. Die Preise liegen bei 209 Euro für acht Gigabyte Speicher und 369 Euro für die Version mit 32 Gigabyte.

Einen Volltreffer landete Apple Jobs zufolge mit dem Angebot an Programmen für das iPhone und den iPod touch. In 60 Tagen seit dem Start im Juli seien 100 Millionen Mal Anwendungen heruntergeladen worden. Die Zahl der Programme sei von zunächst rund 500 auf etwa 3.000 gestiegen.

Update für das iPhone

Ein Update des iPhone-Betriebssystems (Version 2.1) soll unter anderem das Problem abbrechender Anrufe beseitigen. Außerdem soll dadurch die Batterielaufzeit länger werden und einige Programme stabiler laufen. Es werde am Freitag zum Download bereitstehen.

HD

Im iTunes-Shop werden künftig auch Fernsehsendungen in hoher Auflösung (HD) verkauft, wie Jobs ankündigte. Ein Erfolg für Apple in den USA ist die Rückkehr des US-Fernsehsenders NBC, der vor einigen Monaten im Streit um das Preismodell seine Sendungen aus dem iTunes Store zurückgezogen hatte. Außerdem stellte Jobs mit der neuen Softwareversion iTunes 8 eine neue Funktion namens Genius vor, die auf Wunsch automatisch Song-Listen ausgehend aus dem Musikgeschmack des Benutzers zusammenstellt. Dafür würden auch die Listen anderer iTunes-Nutzer anonymisiert ausgewertet.

Mark Twain

"Die Berichte über meinen Tod sind stark übertrieben", reagierte Jobs zum Auftakt mit dem klassischen Satz des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain auf den Fehltritt der Finanznachrichtenagentur Bloomberg, die vor einigen Wochen versehentlich einen unfertigen Nachruf gesendet hatte. Der 53-Jährige musste sich 2004 einer Krebsoperation unterziehen und wirkte zuletzt sehr hager. Bei seinem Auftritt am Dienstag wirkte er "dünn, aber energiegeladen", so Beobachter. (APA/red)

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