FPÖ-Funktionär erhoffte sich Provision von Bwin

9. September 2008, 19:07
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Rund um die Schwindler, auf die der börsennotierte Sportwetten-Anbieter Bwin hineingefallen ist, haben sich seltsame Dinge ereignet

Wien - Rund um die Schwindler, auf die der börsennotierte Sportwetten-Anbieter Bwin hineingefallen ist, haben sich seltsame Dinge ereignet. Das Unternehmen hat 2,25 Mio. Euro "Vorauszahlung" für eine Türkei-Lizenz verloren; involviert waren Ex-Sicherheitsberater und türkische Geschäftsleute.

In den Unterlagen tauchen aber auch andere auf, die mit der (gerichtsanhängigen) Geschichte zu tun hatten - wenn auch nur am Rande, wie sie beteuern.

Etwa Franz Jamnig, Gastwirt aus Völkermarkt und Bezirksobmann der FPÖ. Er war 2006 in eine unwirtliche BZÖ-FPÖ-Beziehungskiste verwickelt gewesen. Laut Unterlagen sei Jamnig einer derer, die Bwin bei der Lizenzbeschaffung behilflich sein wollten; er habe sich dafür ein Honorar von 100.000 Euro erwartet.

Die Frage, wie er in die Sache hineingeraten sei, beantwortet der Kärntner so: Bei einem Flug in die Türkei sei er neben dem damaligen Developer von Bwin, Kevin O'Neal (heute Pressesprecher), gesessen ("zufällig"), O'Neal habe von den Problemen mit der Türkei-Lizenz erzählt. "Ich habe ihm Bekannte in der Türkei empfohlen, die haben sich dann gleich zusammengetan und die Sache in Angriff genommen", berichtet er weiter. Und: "Ich hätte eine Provision bekommen sollen, aber daraus wurde nichts, es gab ja keine Lizenz."

Bwin-Pressesprecher O'Neal kann sich freilich an anderes erinnern. "Jamnig wurde mir in der Türkei vorgestellt, aber wir haben keinerlei Beziehung oder Verbindung zu ihm. Und: Bwin hat Jamnig kein Geld versprochen." (gra, DER STANDARD, Printausgabe, 10.9.2008)

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