Mühlviertel-Bim in der Warteschleife

9. September 2008, 17:59
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ÖVP und Grüne wissen nichts über SPÖ-Bauprojekt

Linz - Es war die zweite große Pressekonferenz binnen weniger Tage, in der SPÖ-Politiker die Idee einer neuen Regionalbahn von Linz bis ins obere Mühlviertel vorstellten. Erst Ende August hatte Infrastrukturminister und Kanzlerkandidat Werner Faymann seinen oberösterreichischen Parteikollegen die Übernahme von 50 Prozent der Finanzierung einer neuen Straßenbahn nach Aigen/Schlägl zugesichert. Am Dienstag präsentierten Verkehrslandesrat Erich Haider und der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch den Medien den Projektverantwortlichen, Linz-Linien-Vorstandsdirektor Walter Rathberger.

ÖVP, Grüne und FPÖ erhalten dessen Unterlagen über den "Regio-Liner" jedoch nicht vor dem Landtagsausschuss am 9. Oktober, was bei den anderen Landtagsfraktionen den Verdacht leerer Wahlversprechen nährt. Baulandesrat Franz Hiesl (ÖVP) fordert die Pläne noch vor den Nationalratswahlen: "Dobusch hat schließlich angekündigt, dass der Linzer Gemeinderat bereits am 18. September einen Grundsatzbeschluss für den Regio-Liner fällen wird."

Mit zehn Prozent will sich die Stadt an dem Linz-Linien-Projekt beteiligen. Im Stadtgebiet soll die Bim zu 90 Prozent unterirdisch verlaufen - vom Hauptbahnhof, unter der Donau hindurch, zum Mühlkreisbahnhof, um dann in die Mühlkreisbahn zu münden. Die Strecke bis nach Aigen soll elektrifiziert werden, die ÖBB-Schienen durch die schmäleren Straßenbahnschienen ersetzt werden. Laut Schätzungen von Rathberger werde die Bahn frühestens Ende 2015 fahren können.
Doch auch das ist noch mehr als ungewiss. Erst wenn die Finanzierung stehe, könne an die Planungen gegangen werden. Da fehlt aber noch der Beschluss des Landes, die verbleibenden 40 Prozent der veranschlagten 550 Millionen Euro zu übernehmen.

Ebenso wie die ÖVP kann auch Grünen-Landesrat Rudi Anschober noch nichts zu dem Projekt sagen. Grundsätzlich sieht er es "als Chance für eine offensive Diskussion" für den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel. Der Regio-Liner dürfe aber nicht als Einzelprojekt gesehen werden, sondern als Teil eines integrierten Verkehrskonzeptes für den Zentralraum. Dazu gehöre genauso die längst geplante Stadtbahn nach Pregarten sowie die Bim nach Ansfelden. (Kerstin Scheller, DER STANDARD - Printausgabe, 10. September 2008)

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