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Roter Jungstar Rudas: Faymanns Frau im Wahlkampf.
Wien - „Hab ich da eine faire Chance?": Laura Rudas reagiert auf die Interviewanfrage des Standard misstrauisch. Sie hat schon einige Porträts über sich gelesen, kaum eines hat ihr gefallen. Weil die Autoren meist „eine vorgefasste Meinung" vertreten hätten. Laura Rudas ist jung, fesch, erfolgreich. Kein anderes Gesicht, von jenem des Parteichefs abgesehen, rückt die SPÖ im Wahlkampf so sehr in den Vordergrund. Auf der roten Kandidatenliste okkupiert die 27-Jährige Platz vier, ständig tritt sie mit Werner Faymann auf. Leistet sie sich keinen groben Schnitzer, dann wird Rudas einmal Ministerin, vielleicht sogar mehr. Doch die Medien stellen ihr ständig nur dieselbe Frage: „Warum sind Sie so angepasst?"
Widerborstig in der Schule ...
Jungpolitikerin - das klingt in der SPÖ nach Rebellion, nach Heldengeschichten von aufmüpfigen Nachwuchgenossen, die mächtige Landeshäuptlinge gequält, den Moskauer Boden geküsst und sich sogar mit Bruno Kreisky angelegt haben. Auch Rudas kann mit Revoluzzerjahren aufwarten, nur spielten sich diese im beschaulichen Ambiente eines Gymnasiums im Wiener Nobelbezirk Döbling ab. Vier Verweise handelt sie sich ein, die Lehrer der „schwarzen" Schule haben sie wohl für eine verzogene Promi-Göre - ihr Vater ist der bekannte Psychiater Stephan Rudas - gehalten. Als einmal Wilhelm Molterer, schon damals Minister, zu einer Diskussionsstunde geladen ist, bekommt der goscherte Teenie mit den Rastazöpfen die Anweisung: „Du bist nicht dabei!"
Beim Lernen plagt sich Rudas, in Physik fasst sie einen Nachzipf aus. „Die Schule ist schuld", glaubt sie schon damals und fühlt sich bestärkt, als die Zuwandererkinder nach der Unterstufe plötzlich aus den Klassen verschwinden. „Soziale Selektion in Österreichs Schulen" lautet zehn Jahre später der Titel ihrer Diplomarbeit.
... geschmeidig in der Partei
So widerborstig sich Rudas in der Schule gibt, so geschmeidig bewegt sie sich in der Partei. Die einstige Döblingerin wohnt in der Wohnung ihrer Großmutter im ersten Bezirk, ihre Hausmacht hat sie sich aber im tiefroten Rudolfsheim-Fünfhaus aufgebaut. Schon mit 17 SPÖ-Mitglied, fällt sie bald den Regenten im Wiener Rathaus auf. Als Mentorin nennt Rudas Vizebürgermeisterin Renate Brauner, ebenfalls als Förderer gilt Landesparteisekretär Harry Kopietz. Im Wien-Wahlkampf 2001 spielt Rudas noch die wilde Einpeitscherin, die der Parteijugend Feuer macht, drei Jahre später zieht sie selbst in den Gemeinderat ein. Heute, nach eineinhalb Jahren im Parlament, klingt die Junge fast schon wie eine Alte. Heikle Fragen, vom EU-Schwenk bis zur Gusenbauer-Ablöse, pariert sie mit roter Standard-Argumentation, ihre Rhetorik passt Rudas der Situation an: vorsichtig bei Interviews, schnoddrig-aggressiv in der Konfrontation mit Gegnern. Als hochprofessionell loben sie ihre Freunde in der Partei. Andere nennen sie arrogant - oder meinen, sie werde verheizt. „Sie versteht es meisterhaft, mit den wichtigen Playern gut auszukommen", urteilt ein junger Roter, der sich nicht öffentlich den Mund verbrennen will. Als die Parteijugend 2007 gegen den Pakt mit der ÖVP und die Studiengebühren den Aufstand probte, sei Rudas „auf Tauchstation" gegangen; während sich andere Nachwuchshoffnungen wie Ex-ÖH-Chefin Barbara Blaha ihre Parteikarriere verbaut hätten, dürfe ihre flexiblere Genossin nun in der ersten Reihe stehen.
Rudas lässt das nicht auf sich sitzen. „Ich hätte ein Riesenbahö machen können, ohne dass es mir geschadet hätte", meint sie: „Aber der Sache hätte es nichts genützt." Sehr wohl melde sie sich in der Partei zu Wort, wenn sie anderer Meinung sei - so plädiere sie für ein milderes Fremdenrecht. Nur hänge sie das nicht an die große Glocke: „So bringt man mehr weiter. Ich bin gegen Scheinpolitik."
Und weiterbringen will Rudas etwas - im Wahlkampf auch mit körperlichem Einsatz. Im Morgengrauen verteilt sie Kipferl an Arbeiter, nach Sonnenuntergang ködert sie Bobos im Museumsquartier. Mit dem 75-jährigen Karl Blecha macht Rudas einen auf Zusammenhalt der Generationen, für News posiert sie als Vamp. Viele Rollen für eine junge Karriere - ob der Eindruck zu großer Wendigkeit vielleicht daher kommt? Rudas widerspricht: „Ich verändere mich nicht unnatürlich schnell." (Gerald John/DER STANDARD-Printausgabe, 10. September 2008)
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Den Postings hier zufolge sind eigentlich nur frustrierte 70-Jährige qualifiziert, Politiker zu sein. Andererseits nehme ich mal an, dass hier vor allem die üblichen ÖVP-Internetangestellten unterwegs sind, deren "Jung"-Kandidatin Fuhrmann an jugendlicher Dynamik sogar von Ursi Stenzel überboten wird.
Laura zeigt doch, wie das geht: immer schön brav und angepasst, und dann noch in das richtige Netzwerk hineingeboren - und schon wird man zum Jungstar, auch wenn man nur ganz, ganz dünne Bretter zu bohren versteht ;-)
und alle anderen sind zwangsverpflichtete rudas-fans? so ein blödsinn. ist eben komisch, ihr karriereweg und auftreten. sowas polarisiert eben.
ich bin jedenfalls froh wenn rudas "verheizt" (oder was auch immer ist) und wieder für politischere junge leute platz ist in der spö. die jungen roten sind eine event-truppe und rudas ist das oberpartygirl. ein paar pressekonferenzen und einsatz für die generation praktikum täuschen darüber nicht weg.
und schon wieder ein ganz qualifiziertes kommentar...
und das von jemandem der sich weiter oben über ideologielosigkeit beschwert hat. es ist gut über politik und politiker zu reden - auch sie zu kritisieren, aber dann bitte auch politisch und nicht nach äußerlichkeiten!
Weil ihr Aussehen als Jugendliche ist ja nur "Insidern" bekannt.
An krawuzzikapuzzi: Wenn man einem Politiker Ideologielosigkeit vorwirft, ist es nur konsequent, ihn nach seinem Äußeren zu urteilen.
In den letzten Jahrzehnten ist es jedenfalls irgendwie alt geworden, Politiker nach ihren Leistungen (abgesehen von machiavellistischen) zu Beurteilen.
… ohne dass es mir geschadet hätte". Genau. Hätti, wari. So gesehen war es ja für Ihre Karriere risikoloser, nichts zu sagen.
Trotzdem glaube, dass sich Studenten über ihre öffentliche Unterstützung gefreut hätten. Trotzdem wäre es auch für die Öffentlichkeit interessant zu erfahren gewesen, dass dieser Punkt auch innerhalb der Partei nicht umstritten ist. Und das wäre vielleicht auch für den einen oder anderen eventuellen SPÖ-Wähler interessant gewesen.
Die SP liegt am Boden, weil sie eine Partei der Taktierer geworden ist, deren eigene Karriere im Vordergrund steht. Da ist eine eigene Meinung nur hinderlich.
Ich vermute, ich werde wohl auch in den nächsten Jahren viel von Frau Rudas lesen … aber nichts hören.
die hat mir sogar sehr gut gefallen. wesen, auftreten, historie - also wenn sie umziehen würde, könnt sie bei meinen grünen im dorf gleich meinen job übernehmen :)
die rudas nähm ich nicht geschenkt.
für wen steht sie??? für jungwähler wohl nicht, da liegen 10 oder 11 jahre dazwischen. für pensis nicht, da liegen 45 verdienstjahre mit arbeit dazwischen. für bobos ist sie zu jung...für frauen zu angepasst und schleimig...wen spricht sie also an???
Zeigen Sie mir einen SPÖ-Funktionär und ich zeige Ihnen jemanden, der sich gerne vorstellt, Laura Rudas wäre seine Tochter. Dass sie sich ihn nicht so gerne als ihren Vater vorstellen wird und als seine Tochter auch nie dahin gekommen wäre, wo sie jetzt ist, steht auf einem anderen Blatt.
"Als 'unerträgliche Situation' hat der frühere Zentralsekretär der SPÖ, Heinrich Keller, das innige Naheverhältnis von SPÖ-Chef Werner Faymann zum Boulevard bezeichnet. 'Wir brauchen keinen Berlusconi, wir haben die Krone', (…). Er habe 'große Sorge' um die SPÖ. 'Sollte Faymann Bundeskanzler werden - wird er dann seine Ministerliste mit Herrn Dichand besprechen?', so Keller, der unter Vranitzky als Zentralsekretär zwei Jahre lang die Geschicke der Partei lenkte."
(Kleine Zeitung, 02. September 2008)
"Kein Mensch - mit Verlaub gesagt - wählt die SPÖ wegen ihrer Wirtschaftskompetenz."
Häupl, Der Standard, 23. Juni 2006
"Ich appelliere an die politischen Parteien, am Stabilitätspfad festzuhalten und im bevorstehenden Wahlkampf kostspielige Ankündigungen zu unterlassen."
Prof. Dr. Bernhard Felderer, Leiter des Instituts für Höhere Studien (IHS), Die Presse, 10. Juli 2008
"Ich werde recherchieren, was meine Vorgänger versprochen haben, um zu sehen, ob das alles auch finanzierbar ist. Ich werde nämlich nur versprechen, was ich auch halten kann."
Werner Faymann, Kurier, 11. Jänner 2007
"Die SPÖ kann nicht den Anspruch erheben, Wirtschaftspolitik zu machen."
Hannes Androsch, Format, 04. Juli 2008
und er hat teilweise recht - wenn's auch nicht ganz so krass ist...
aber so manchem/r politiker/in würd's ganz gut tun, wenn sie wenigstens ein paar jährchen den wind der freien marktwirtschaft verspürt hätten. das ist das eigentliche dilemma - insbesondere der spö, wo sich auf den vordersten rängen so gut wie alles tummelt, bloss keine von ihr so gut vertretenen "arbeiter".
ka wunder, wenn die spö der fpö die stimmen rüberlupft
"Die Lehrer der 'schwarzen' Schule haben sie wohl für eine verzogene Promi-Göre gehalten."
Ha, ha, ha, sehr schön und indirekt ausgedrückt - gefällt mir!
Wie Rudas Anfang 2007 in Puls-TV die sofortige Beibehaltung der Studiengebühren rechtfertigte - aus höherer Vernunft, selbstverständlich! - das hatte durchaus Stil: und zwar den einer proletarischen Lederjacke, die es bei Gucci um nur € 2.999,90 gibt.
Wenn man bedenkt, wie lange Frau Rudas, schon in der Politik ist (führ ihr Alter)... Sie sollte eigentlich kein neues Gesicht mehr sein. Seltsamerweise, bin Ich nicht in der Lage, sie mit irgendeinem politischen Anliegen in Verbindung zu bringen. Und, dann ist Sie verwundert, wenn es vorgefertigte Meinungen gibt? Muss es wohl, denn durch ihre Taten konnte, das Fräulein wohl nicht aufzeigen.
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