Weniger Gewinn im ersten Halbjahr für Zürcher Verlagshaus Tamedia

9. September 2008, 14:19
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Espace Media Groupe bringt mehr Umsatz und belastet Rentabilität

Zürich  - Die Zeitungen der Berner Espace Media Groupe haben dem Zürcher Verlagshaus Tamedia zwar einen höheren Umsatz beschert, doch durch die Übernahme im Oktober sowie neue Projekte sind aber auch hohe Kosten entstanden. Tamedia hat kräftig investiert in die neue Gratiszeitung "News", in die meistgelesene Pendlerzeitung "20 Minuten" sowie in die Lancierung von "L'essentiel" und "Newsnetz", wie das Verlagshaus am Dienstag mitteilte.

Der Umsatz legte um 32,1 Prozent auf 472,8 Mio. Franken zu. Das operative Ergebnis (EBIT) wuchs dagegen nur leicht um 2,7 Prozent auf 68,6 Mio. Franken (42,7 Mio. Euro). Das Gesamtergebnis ging um 4,4 Prozent auf 49 Mio. Franken zurück.

"Das Potenzial des Zusammenschlusses mit Espace Media Groupe ist noch nicht ausgeschöpft", sagte Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

So habe man in den zentralen Dienstleistungs-Bereichen zwar bereits Kosten von rund 10 Mio. Franken identifiziert, die man einsparen könnte - unter anderem durch die Zusammenlegungen der Call-Center oder der Unternehmenskommunikation. Diese Maßnahmen wirken sich aber noch nicht auf dieses Halbjahresergebnis aus.

Tamedia wolle an den neu übernommenen Zeitungstiteln (unter anderem die Ausgaben der "Berner Zeitung" und des "Bund") vorerst nichts ändern, sagte Zimmer weiter.

Diese haben nämlich kräftig zum Umsatzwachstum beigetragen. Der Zeitungsbereich alleine hat um 25 Prozent auf 337,2 Mio. Franken zugelegt. Nebst den Neulingen haben auch "20Minuten" und die "Thurgauer Zeitung" gute Ergebnisse geliefert.

Stabil entwickelten sich die Umsätze bei "Finanz und Wirtschaft", rückläufig waren sie hingegen bei "Tages-Anzeiger" und "SonntagsZeitung" sowie beim "Stellen-Anzeiger" und "Alpha".

Für die Zukunft gab sich Tamedia zuversichtlich: Durch die bereits beschlossenen Maßnahmen und die rasch voranschreitende Integration erscheine das Ziel, "mit der Espace Media Groupe mittelfristig ein Rentabilitätsniveau zu erreichen, das mit den bisherigen Margen von Tamedia vergleichbar ist, weiterhin realistisch". (APA/sda)

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