Nivea & Co werden teurer

9. September 2008, 14:13
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Der Umsatz in Österreich und den CEE-Ländern stieg im Halbjahr um elf Prozent, Beiersdorf leidet aber unter hohen Rohstoffkosten

Wien - Die Region Zentral- und Osteuropa (CEE) ist für den deutschen Kosmetikkonzern Beiersdorf nach eigenen Angaben "ein wesentlicher Wachstumsmotor". Der Umsatz in der gesamten Region hat im ersten Halbjahr 2008 um knapp elf Prozent auf rund 180 Mio. Euro zugelegt, in Österreich stieg er im selben Zeitraum um fünf Prozent auf 49 Mio. Euro zu. Im nächsten Jahr müssen sich die Kunden aufgrund gestiegener Rohstoffkosten auf höhere Preise einstellen, kündigte der Geschäftsführer der Österreich- und CEE-Tochter von Beiersdorf, Ulrich Schmidt, am Dienstag vor Journalisten an.

In den restlichen 14 Ländern der Region ist der Umsatz der Nivea-Mutter um 13 Prozent auf 130,7 (114,9) Mio. Euro gestiegen. Im laufenden Geschäftsjahr soll die CEE-Tochter ein zweistelliges Wachstum verzeichnen, sagte Schmidt. Allerdings führe die "gedrosselte Marktdynamik" zu einem verstärkten Kampf um Marktanteile.

"Starkes Wachstumspotenzial"

In der CEE-Region habe Beiersdorf noch "starkes Wachstumspotenzial": Durch die Lohnsteigerung würde auch die Kaufkraft steigen, erklärte Schmidt. Auch die derzeitigen Marktanteile zeigen, dass noch Wachstumschancen bestehen. Mit Ausnahme von Slowenien, wo der Marktanteil bei 23 Prozent liegt, und Kroatien mit 21,7 Prozent liegen die Anteile unter 20 Prozent.

Aufgrund von gestiegenen Rohstoffpreisen wie etwa für Rohöl oder Aluminium werden die Preise für Nivea, Eucerin und Co. im kommenden Jahr zwischen vier und fünf Prozent angehoben, kündigte Schmidt an. Dass die Kunden aufgrund der Preiserhöhung vermehrt Billigmarken kaufen, erwartet der Geschäftsführer nicht. Es gebe keine aktuellen Hinweise, dass mehr Diskontprodukte gekauft werden. Es könnte dennoch sein, dass die Billigmarken heuer einen halben Prozentpunkt gewinnen, erklärte der Geschäftsführer.

Drehscheibe Wien

Die Beiersdorf CEE-Holding ist seit 1997 in Wien angesiedelt und steuert von hier aus neben Österreich auch die Tochtergesellschaften in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Serbien, Rumänien und Bulgarien. Im ersten Halbjahr beschäftigte Beiersdorf in der Region 548 Mitarbeiter.

Im ersten Halbjahr hat der gesamte Beiersdorf-Konzern den Umsatz um 11,5 Prozent gesteigert. Bis 2010 soll der Weltmarktanteil 5,5 Prozent ausmachen. Insgesamt beschäftigt Beiersdorf mehr als 22.000 Mitarbeiter. Die CEE-Tochter ist im Moment der drittstärkste Unternehmensbereich und damit von der neu geschaffenen Einheit "Frankreich, Niederlande und Belgien" überholt worden. Der Bestseller von Beiersdorf ist laut Schmidt die Antifalten-Creme "Q10". (APA)

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