IT-Servicesektor in Zentral- und Osteuropa vor Konsolidierung

9. September 2008, 13:59
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S&T-Chef Rosner: "Es findet ein Industrialisierungsprozess statt" - Bergler: "Auch S&T muss zukaufen"

Der IT-Servicemarkt in Zentral- und Osteuropa steht mitten in großen Umwälzungen. Der Konsolidierungsprozess in der Branche nimmt an Tempo zu, und auch die Nachfrage nach bestimmten IT-Dienstleistungen ändert sich. "Es findet ein Industrialisierungsprozess statt, immer mehr Unternehmen kaufen oder outsourcen Standard-IT-Dienstleistungen", so S&T-Chef Christian Rosner am Dienstag, bei einer internationalen Pressekonferenz in Wien.

"Kritische Masse"

Um bei diesem Industrialisierungsprozess als Gewinner hervorgehen zu können, sei die "kritische Masse" der Schlüssel dazu. Viele der zum Verkauf stehenden IT-Unternehmen hätten entweder nicht die notwendige Größe oder seien lokale Player ohne Nischenposition. Auch die Nähe zu den Kunden und die lokale Sprache sei noch immer wettbewerbsentscheidend. "Die Zukunft des IT-Servicemarkte gehört den Komplettanbietern wie S&T", zeigte sich Rosner überzeugt.

Die Liste der Unternehmen, die auf dem Markt angeboten werden, sei lang, so Rosner. Jede Woche würden weitere vier bis fünf neue lokale Firmen zum Verkauf stehen. Entscheidend sei dabei der Preis und die Qualität. S&T selbst plant für das zweite Halbjahr Akquisitionen, hat heuer zwar schon viele Unternehmen geprüft, bis dato jedoch noch nicht zugeschlagen. "Auch wir müssen zukaufen, wenn wir nicht kaufen, kaufen die anderen", so S&T-Finanzchef Martin Bergler.

"Ich glaube nicht, dass das ein Topic wird"

Keine Gefahr bei diesem Transformationsprozess am osteuropäischen IT-Servicemarkt geht von den großen indischen IT-Konzernen aus. "Ich glaube nicht, dass das ein Topic wird", meinte Rosner. Dazu seien die zum Kauf stehenden Unternehmen einfach zu klein. "Die Inder sind an supergroßen Projekte mit hundert- oder zweihunderttausend Mandanten interessiert", so Rosner. In der Regel handle es sich bei den Unternehmen jedoch um mittelgroße Firmen mit drei- bis viertausend Kunden. Dagegen sei der osteuropäische Markt für die Inder hinsichtlich des Verkaufs ihrer Produkte sehr wohl interessant. "Das wird eine wirkliche Herausforderung", so Rosner.

"2009 wird ein schwieriges Jahr für den IT-Servicemarkt", prognostizierte der IT-Berater Eugen Schwab-Chesaru, Partner & Managing Director von PAC Central & Eastern Europe. Er erwartet allerdings für 2010 bereits wieder eine Erholung. Den PAC-Prognosen zufolge werden 2015 die Top 10 ein Drittel der Marktanteile beherrschen, es wird fünf globale Generalisten geben, 15 bis 20 regionale und 50 bis 60 lokale Player.

Standards

Wachstumstreiber seien offene Standards, das Management von geschäftskritischen Anwendungen und Mobilität. Risiken, mit denen sich die IT-Serviceanbieter konfrontiert sehen, seien der anhaltende Preisdruck, der Trend von Hardware zum Outsourcing und die Virtualisierung. "Die wichtigste Partnerschaft wird die mit den Kunden, und erst in zweiter Linie jene mit dem Technologie-Provider", so Schwab. (APA)

 

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