Cheuvreux-Analyst Reisenberger: Orascom-Einstieg bei Telekom "absurd"

9. September 2008, 13:22
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Gerüchte könnten gestreut sein

Für "sehr sehr unwahrscheinlich" hält der Chefanalyst von Cheuvreux, Alfred Reisenberger, einen Einstieg der ägyptischen Orascom Telecom bei der Telekom Austria. "Die Gerüchte klingen absurd." Die Spekulationen um verschiedene Unternehmen, die bei der Telekom einsteigen möchten, könnten gestreut worden sein, so Reisenberger. Dadurch könnte der heimische Mobilfunk- und Festnetzanbieter einen eventuellen Jobabbau plausibler machen.

Eine Beteiligung der Orascom würde "die Politik" wohl nicht zulassen, sagte der Cheuvreux-Experte. "Wenn ein ausländisches Unternehmen bei uns Arbeitsplätze abbauen möchte, wäre Feuer am Dach. Da würden die Leute auf die Straße gehen." Orascom-Chef Nagub Sawiris ist dafür bekannt, kein Freund von Staatsbeteiligungen an seinen Unternehmen zu sein.

Ein Mitarbeiterabbau bei der Telekom Austria stehe in jedem Fall an und werde Reisenberger zufolge die nächste Regierung begleiten. "Ernst wird es erst nach der Wahl", so der Analyst. Vor 2009 dürften wahrscheinlich keine weiteren Schritte gesetzt werden. Die Schrauben habe die Telekom jedoch bereits angezogen.

Die ägyptische Orascom Telecom ist einem Bericht des "Kurier" zufolge an der Telekom Austria interessiert. Prinzipiell sei man "an vernünftigen Partnerschaften interessiert", zitierte der "Kurier" ÖIAG-Kreise. An der Börse hatte die Meldung keine nachhaltigen Auswirkungen. Nach anfänglichen Gewinnen von mehr als drei Prozent notierten Telekom Austria-Aktien zu Mittag mit einem Plus von 0,53 Prozent bei 15,13 Euro. (APA)

 

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