ÖBB sieht MAV-Cargo-Deal nicht gefährdet

9. September 2008, 12:16
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Rail Cargo dementiert Zeitungsberichte über angebliche Rückzugspläne beim Kauf der ungarischen Güterbahn

Budapest - Die ÖBB-Tochter Rail Cargo Austria (RCA), die zu Jahresbeginn einen Vertrag zur Übernahme der ungarischen MAV Cargo um rund 400 Mio. Euro unterzeichnet hat, weist Berichte ungarischer Zeitungen zurück, wonach man in der ÖBB-Zentrale in Wien bereits den Rückzug von dem Deal beschlossen habe. "Es gibt einen rechtsgültigen Vertrag, der seitens der RCA mit Sicherheit eingehalten wird", heißt es in einer Stellungnahme der ÖBB am Dienstag.

Zurzeit würden "alle Schritte gesetzt, um das Zusammenschlussverfahren bei der Wettbewerbsbehörde in Brüssel ehest möglich zu einem positiven Ende zu bringen", heißt es in der Stellungnahme.

Zuschlag im November 2007

Die ungarische Tageszeitung "Magyar Nemzet" berichtete unter Berufung auf Quellen in Wien, dass die ÖBB-Führung ihren Rückzug aus dem Privatisierungsvertrag für die MAV Cargo bereits beschlossen habe. Jetzt solle nur noch geprüft werden, wie die RCA aus dem Deal mit "möglichst geringen finanziellen und moralischen Verlusten" aussteigen könne.

Ein Bieterkonsortium aus Rail Cargo Austria und der Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn AG (Raaberbahn) hatte Ende November 2007 den Zuschlag für die MAV Cargo erhalten, die Güterverkehrstochter der ungarischen Staatsbahnen (MAV). Der Kaufvertrag wurde am 2. Jänner 2008 unterzeichnet, jetzt läuft das Verfahren bei der EU-Wettbewerbsbehörde. Das Closing wird für den kommenden Herbst erwartet. Vom vereinbarten Gesamtpreis für die MAV Cargo in Höhe von rund 400 Mio. Euro würden 100 Mio. Euro auf die Raaberbahn entfallen. (APA)

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