Nokia attackiert Microsoft und Apple

9. September 2008, 11:39
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Finnischer Konzern führt Ovi-Dienste zusammen - Ovi.com mit neuen Funktionen und Diensten als offizielle Beta-Version verfügbar

Der finnische Mobiltelefonhersteller Nokia hat am Dienstag im Rahmen eines Online-Events neue Funktionen und Anwendungen von Ovi und demonstriert das Zusammenspiel der Dienste untereinander präsentiert. Ovi gilt als klare Kampfansage an Microsoft und Apple in Bezug auf Datendienste.

Persönliche Information und digitale Inhalte

Im Mittelpunkt steht dabei die Synchronisation von persönlicher Information und digitalen Inhalten auf Ovi mit den jeweiligen stationären und mobilen Endgeräten und umgekehrt. Für die individuelle Verwaltung stehen dem Anwender dabei die neuen Dienste wie Ovi Sync, die Nokia Ovi PC Suite und der Dienst für den Fernzugriff auf Dateien Files on Ovi zur Verfügung. Alle Anwendungen verfügen über die gleiche einheitliche Benutzeroberfläche, so soll eine intuitive und einfache Handhabung gewährleistet sein.

Ausbau und Wettbewerb

Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia baut seine Datendienste aus und verstärkt damit den Wettbewerb mit Rivalen wie Apple und Microsoft. Mit dem am Dienstag vorgestellten neuen Funktionen kann man unter anderem Kalenderdaten, Kontakte und Notizen sowie Fotos und Videos zwischen dem PC und einem Nokia-Telefon synchronisieren oder vom Handy aus auf Daten zugreifen, die auf einem PC gespeichert sind. Nokia baut damit an einer Alternative zum Beispiel zu einigen Office-Diensten von Microsoft oder ähnlichen Angeboten des iPhone-Herstellers Apple. Der finnische Konzern will sich verstärkt als Dienste-Anbieter etablieren, um die Abhängigkeit vom reinen Handy-Geschäft zu senken. Der Handy-Weltmarktführer will durch weitere Zukäufe den Ausbau seines Internetgeschäft beschleunigen.

Milliardenschwere Übernahme

Nach der milliardenschweren Übernahme des US-Navigations-Softwareherstellers Navteq nehme der finnische Konzern jetzt vor allem kleine Firmen ins Visier, die passende Internetdienste entwickelten, sagte der Nokia-Vorstand für die neue Internetsparte, Niklas Savander, der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. "Wir sind noch nicht fertig." Nach den Worten Savanders ist Nokia zudem in Gesprächen mit einigen großen Internetzwerken wie Facebook, um Kunden den Zugang zu diesen Angeboten zu vereinfachen. "Facebook ist groß in den USA, gewinnt an Zugkraft in Europa, aber ist klein in Asien", sagte er. Nokia hat bisher nicht offengelegt, wie viele Kunden den Internetdienst des Konzerns nutzen. Doch verzeichnet Nokia starke Umsatzzuwächse bei seinen handybasierten Navigations-, Spiele- und Musikangeboten. Der gut acht Milliarden schwere Kauf des Navigations-Softwareherstellers Navteq war eine der größten Übernahmen in Nokias Geschichte. Mit der Übernahme will Nokia eine führende Position in der schnell wachsenden Branche für Navigationstechnologie einnehmen.(APA/dpa/Reuters)

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    foto: nokia
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