Österreich hinkt bei vorschulischer Bildung nach

9. September 2008, 11:21
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Vorschulische Bildungsbeteiligung unter OECD-Schnitt - 87 Prozent der 25- bis 34-Jährigen haben Matura oder Lehrabschluss

Wien - Bei der vorschulischen Bildung hinkt Österreich im internationalen Vergleich nach. Laut der am Dienstag veröffentlichten OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2008" ("Education at a Glance") liegt die Bildungsbeteiligung der Unter-Vier-Jährigen, also der Besuch eines Kindergartens, mit 67,9 Prozent unter dem OECD-Schnitt von 69,4 Prozent. Auch in der Gruppe der Fünf- bis 14-Jährigen dürfte der mangelnde Kindergartenbesuch den Schnitt drücken, schließlich liegt die Bildungsbeteiligung in dieser Altersgruppe nur bei 98,1 Prozent (OECD-Schnitt: 98,5 Prozent).

Niedriger Stellenwert des Kindergartens

Dabei plädiert die OECD in der Studie für Erziehung und Betreuung im Vorschulalter, sie spiele eine große Rolle beim "Aufbau einer soliden Grundlage für späteres lebenslanges Lernen" und Chancengleichheit beim Zugang zu Bildungsmöglichkeiten. "Viele Länder haben dem Rechnung getragen, indem eine fast universelle Teilnahme im Elementarbereich ab drei Jahren eingeführt wurde."

Dass der Kindergarten in Österreich noch nicht den Stellenwert wie die klassischen, schulischen Bildungseinrichtungen hat, zeigen auch die Finanzierungsquellen: Der Kindergartenbesuch wird hierzulande zu rund 66 Prozent von der öffentlichen Hand getragen, im OECD-Schnitt sind es 80,2 Prozent, in Schweden 100 Prozent.

Auf höherer Bildungsebene ist ein Abschluss der Sekundarstufe II (Matura oder abgeschlossene Lehre) in den OECD-Ländern unter den Jugendlichen mittlerweile "zum Standard" geworden. Österreich liegt hier deutlich über dem international mittlerweile hohen Niveau: 87 Prozent der 25- bis 34-Jährigen verfügen über einen Abschluss im Sekundärbereich II, im OECD-Schnitt sind es 78 Prozent. Es gibt allerdings Länder mit noch höherem Niveau, etwa Südkorea (97 Prozent), Tschechien (94) oder Schweden (91). (APA)

 

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