Saakaschwili: "Die Russen haben angefangen"

9. September 2008, 08:29
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Der georgische Präsident will der EU-Spitze "handfeste Beweise" dafür übergeben haben, dass Georgien auf eine russische Invasion reagiert habe - Vorschlag einer internationalen Untersuchung begrüßt

Moskau/Tiflis - Der georgische Präsident Michail Saakaschwili hat der EU-Spitze nach eigenen Angaben "handfeste Beweise" dafür übergeben, dass sein Land den Krieg im Südkaukasus nicht begonnen habe. Er könne nachweisen, dass Georgien auf eine groß angelegte russische Invasion reagiert habe, sagte Saakaschwili in der Nacht zum Dienstag bei einem Treffen mit EU-Ratspräsident Nicolas Sarkozy in Tiflis. Sarkozy war mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EU-Chefdiplomat Javier Solana in Tiflis, um den zuvor mit Moskau ausgehandelten russischen Truppenabzug aus georgischem Kernland zu erörtern.

"Die Russen haben angefangen. Sie sind auf klassische Art und Weise bei uns einmarschiert, wie das im 19. und 20. Jahrhundert üblich war - und leider auch jetzt, im 21. Jahrhundert, noch ist", sagte Saakaschwili nach Angaben georgischer Medien. Details zu den Beweisen nannte der georgische Präsident nicht. Saakaschwilis Darstellungen zum Hergang des Konflikts sind auch in Georgien stark umstritten. Russland und Georgien geben sich gegenseitig die Schuld für den Beginn des Krieges Anfang August.

Nach Darstellung Moskaus marschierten die russischen Truppen am 8. August in Südossetien erst ein, nachdem Georgien die südossetische Hauptstadt Zchinwali angegriffen hatte. Saakaschwili begrüßte den Vorschlag von Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier für eine internationale Untersuchung zum Beginn des Krieges, die bei der Klärung der Schuldfrage helfen soll. Saakaschwili warf Russland vor, den Vorwurf des "Völkermords" in Südossetien "gefälscht" zu haben. Gleichzeitig wies er Vorwürfe zurück, er sei in eine Falle der Russen getappt. (APA/dpa)

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